Festival der besten Artisten lockte 1400 Besucher zum Circus Flic Flac

Feuer und Flamme

Sensationell: Die Bikers aus Moldawien zeigten waghalsige Luftsprünge auf Schläuchen von Lkw-Reifen.

Kassel. Als sich Tyrone Laner den schwarzen, blickdichten Beutel über den Kopf stülpt, geht ein Raunen durch das riesige Zelt. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt den 1400 Zuschauern nicht. Blitzschnell zückt der Artist die Messer mit den gefährlich scharfen Klingen und bombardiert die Zielscheibe vor ihm. Blind.

Zack, zack, zack – die Klingen stoßen in die Wand, nur wenige Millimeter am Kopf seiner Partnerin Andrea vorbei. Doch sie bleibt gelassen, blickt strahlend in die erstaunten Gesichter der Zuschauer. Die sind begeistert, klatschen, pfeifen und können sich wieder entspannen. Für wenige Augenblicke.

Wer sich am Donnerstagabend bei der Premiere des Festivals der besten Artisten im Circus Flic Flac entspannt zurücklehnen will, ist fehl am Platz. Denn Benno Kastein, Direktor von Flic Flac, hat die Weltklasse nach Kassel geholt. Die besten Artisten, Akrobaten und Komiker werden die Gäste des Circusfestivals noch bis zum 10. Januar im Vier-Mast-Zelt auf dem Friedrichsplatz begeistern und ihren Atem an manchen Stellen zum Stocken bringen.

Plötzlich geht das Licht aus, orientalische Musik ertönt. Von lila-roten Lichtkegeln umhüllt, betritt Anatoli Zhukov die Manege. Vor seinen geöffneten Lippen entzündet er ein Streichholz und prustet eine Feuerfontäne aus, deren Hitze die Zuschauer der ersten Reihen noch spüren. Doch der aus Russland stammende Künstler gleicht nicht nur einem Feuer speienden Vulkan. Aus seinem Mund strömen zudem Wasserfontänen. Wie macht er das nur? Feuer- und Wasserfontänen im Wechsel spuckend, verlässt Zhukov die Manege und macht Platz für die Seil-Artisten Valeriy und Malvina. Bis knapp unter die Kuppel des 22 Meter hohen Zeltdaches treibt sie ihr Tanz, der die Höhen und Tiefen zweier Liebenden darstellt und das Publikum verzaubert.

Als Dave Davis alias Motombo Umbokko plötzlich zwischen den Zuschauerreihen auftaucht, werden die Gäste entzaubert. Der Comedian, der zugleich durch die Show führt, philosophiert in seiner Rolle als schwarzafrikanischer Toilettenmann mit nicht zu bändigender guter Laune über die Eigenheiten der Deutschen und sorgt damit für Lachsalven beim Publikum. Das kann sich so für einige Minuten entspannen, während die Manege für die nächsten Akrobaten und deren waghalsige Nummern umgebaut wird.

Auch die Gäste haben eine schwierige Entscheidung zu treffen: Sie wählen am Ende der Show ihren Favoriten und entscheiden, wer von den 50 Künstlern mit Gold, Silber oder Bronze nach Hause fährt.

Eine Bildergalerie gibt es auf www.hna.de/foto

Von Vera Glass

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