Investition in technische Ausrüstung und Ausbildung

Mehr Großbrände in Kassel in 2017: Feuerwehr gibt Statistik bekannt

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Sorgte für einen Großeinsatz: Ein Brand in einem Hinterhof in Kassel-Bettenhausen im Juni 2017. Rund 200 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt.

Kassel. Die Kasseler Feuerwehr ist im vergangenen Jahr zu 1186 Brandeinsätzen ausgerückt. Das sind 41 weniger als im Jahr zuvor. Allerdings gab es mehr größere Brände.

Das ergab der Bericht zur Jahreshauptversammlung des Stadtfeuerwehrverbands und der Freiwilligen Feuerwehren.

Die Zahl der Mittelbrände (zwei bis drei C-Rohre im Einsatz) stieg von 16 auf 28, die der Großbrände (mehr als drei C-Rohre im Einsatz) von fünf auf neun. Bei 560 Einsätzen wurde die Berufsfeuerwehr Kassel von den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt.

Einer der größten Einsätze im vergangenen Jahr war der Brand einer Lagerhalle in der Eichwaldstraße in Bettenhausen am 22. Juni. Bei dem Großbrand kam es zu einer massiven Rauchentwicklung, weshalb benachbarte Wohnhäuser evakuiert und 30 Anwohner in einer nahegelegenen Gaststätte betreut werden mussten.

Die Löscharbeiten dauerten mehrere Stunden bis in den Morgen des nächsten Tages. Im Einsatz waren 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr Kassel, von Feuerwehren aus dem Landkreis, des Technischen Hilfswerks sowie des Rettungsdienstes und der Hilfsorganisationen.

„Die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie unserer sieben Freiwilligen Feuerwehren tragen mit ihrem Engagement erheblich dazu bei, dass sich die Menschen in Kassel sicher und gut geschützt fühlen können“, sagte Kassels Brandschutzdezernent Dirk Stochla während der Jahreshauptversammlung. Dabei hob er vor allem die Einsatzbereitschaft der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute zu jeder Tages- und Nachtzeit als nicht selbstverständlich hervor.

Die Stadt wolle weiterhin in die technische Ausrüstung und die Ausbildung investieren, um den gestiegenen Anforderungen an die Feuerwehr gerecht zu werden, sagte Stochla. So werde zum Beispiel demnächst mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses in Wolfsanger begonnen.

Seit dem vergangenen Jahr ist die Berufsfeuerwehr Kassel auch stärker im Rettungsdienst eingebunden: Im Sommer wurde auf der Feuer- und Rettungswache 1 in der Wolfhager Straße ein Notarzteinsatzfahrzeug in Dienst gestellt, das tagsüber als viertes Kasseler Notarztfahrzeug zur Verfügung steht.

Die Statistik in Zahlen

  • 1 Mensch starb im Einsatzgebiet der Kasseler Feuerwehr im vergangenen Jahr bei einem Brand. 2015 und 2016 hatte es ebenfalls jeweils einen Brandtoten gegeben.
  • 22 Menschen sind 2017 bei Unfällen getötet – acht mehr als 2016.
  • 143 Mitglieder zählen die Kasseler Jugendfeuerwehren derzeit.
  • 232 Mitglieder zählen die sieben Freiwilligen Feuerwehren aktuell.
  • 6088 Stunden Brandsicherheitsdienste wurden im Staatstheater, im Auestadion und bei anderen Veranstaltungen geleistet. Das entspricht 254 Tagen, 36 Wochen und somit knapp neun Monaten Arbeitszeit.
  • 12.222 Einsätze durch die erweiterten Bereitschaftszeiten der Rettungswagen. Das bedeutet einen Anstieg von 2826 Einsätzen. 

So ist die Kasseler Feuerwehr organisiert

Die Kasseler Feuerwehr besteht aus der Berufsfeuerwehr mit zwei Feuer- und Rettungswachen sowie sieben Freiwilligen Feuerwehren in Wolfsanger, Forstfeld/Bettenhausen, Harleshausen , Niederzwehren, Nordshausen/Brasselsberg, Oberzwehren, Waldau und Wolfsanger. 

Die Leitstelle nimmt Notrufe aus der Stadt und dem Landkreis Kassel entgegen. Im Rettungsdienst sind neben der Berufsfeuerwehr der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe aktiv. 

Kontakt zur Leitstelle: Tel.: 0561/78840

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