Feuerwehr musste geschwollenen Finger von Schmuck befreien

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Feinarbeit: Thorsten Rudolph (links) und Christian Rabe von der Kasseler Feuerwehr stellen die Situation nach, wie sie einen Fingerring im Notfall zersägen würden.

Kassel. Ein ungewöhnlicher Einsatz: Die Feuerwehr Kassel musste jetzt ausrücken, um einen Patienten im Elisabeth-Krankenhaus von seinem Fingerring zu befreien. Das Schmuckstück saß so eng, dass der Finger des Mannes immer stärker angeschwollen war.

Das berichtete Thorsten Rudolph, einer von vier Einsatzkräften.

Zwei Tage hatte der Mann den Ring getragen, bis sein Finger gefährlich rot und dick aussah, sagte Rudolph. Die Krankenhaus-Mitarbeiter seien zwar auf solche Fälle vorbereitet, denn dort gebe es spezielle Ringschneider. Für einfache Goldringe würden diese Werkzeuge ausreichen, aber bei dem einen Zentimeter dicken Edelstahlring hätte der Ringschneider versagt.

Also wurde die Feuerwehr gerufen, und mit einer Eisensäge nahmen sich Thorsten Rudolph und sein Team der Herausforderung an. Über eine Stunde dauerte es, das Schmuckstück zu durchtrennen. Behutsam sägten die Einsatzkräfte, während sie den Ring von unten mit einer Zange stützten. Da dieser durch die Reibung warm wurde, musste zwischendurch der Finger des Patienten gekühlt werden.

„Das war alles andere als alltäglich“, sagte Rudolph. Einen ähnlichen Einsatz hätten er und seine Kollegen bei der Kasseler Feuerwehr noch nicht erlebt. Trotzdem haben sie schnell geholfen. Denn Sägen und Zangen seien stets im Einsatzfahrzeug vorhanden, und alle seien handwerklich ausgebildet. Auch im Rettungsdienst sind sie geschult. Für die Gruppe war es also kein Problem, angemessen zu handeln und sensibel mit dem Patienten umzugehen. Dieser sei ohnehin ruhig geblieben.

Die Retter klemmten den durchtrennten Ring, der aus drei Teilen bestand, auseinander, ohne den Mann zu verletzen. Nach dem Einsatz konnte der Patient sofort nach Hause. „Er hat das Krankenhaus schneller verlassen als wir“, sagte Rudolph.

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