Von Bränden abgesehen war es eine ruhige Nacht

Feuerwerk verschwand im Nebel - Teilweise Sicht von nur fünf Metern

Aufräumarbeiten: Schon früh am Neujahrsmorgen machten sich Stadtreiniger wie Stefan Riemenschneider ans Saubermachen.

Kassel. Die Feuerwerke zum Jahreswechsel waren diesmal zwar zu hören, gesehen hat man aber kaum etwas.

Extrem dichter Nebel, wie er nur selten in Erscheinung tritt, verschlang – einem schwarzen Loch gleich – die ungezählten Raketen und Leuchtkörper. Kaum dass sie abgeschossen waren, verschwanden sie im undurchdringlichen Dunkelgrau. Von Schloss Wilhelmshöhe aus war weder das Feuerwerk in der Stadt noch das am Herkules zu sehen, einfach nichts.

Das drückte natürlich auf die Stimmung. Kurz nach Mitternacht machten sich viele Besucher wieder auf den Heimweg. Hunderte waren gekommen, um vor historischer Kulisse gemeinsam das neue Jahr zu begrüßen – mit Getränken, Snacks und Musikgeräten. Die Stimmung war gut und friedlich. Polizei und Ordnungskräfte mussten nicht einschreiten, wachten aber darüber, dass niemand die Absperrung zum Schloss hin überwand.

Vor allem Jugendliche in Feierlaune, aber auch junge Familien mit Kindern hatten sich auf den Weg gemacht. Letztere dürften ziemlich enttäuscht gewesen sein. Immerhin erleuchteten zahlreiche Wunderkerzen die teilweise gespenstische Kulisse.

Wahrlich zum Horrortrip geriet die Rückfahrt über die Rasenallee. Dort oben gab es stellenweise gar keine Sicht. Weder Seitenstreifen noch Mittellinie waren zu erkennen. Orientierung gleich null, wie bei einem Nachtflug. Was zahlreiche Jugendliche nicht davon abhielt, ihr Feuerwerk mitten auf der Straße abzufackeln und dort auch ihr Gelage abzuhalten. Ein Wunder, dass nichts geschehen ist. Denn wiederholt entdeckten im Schneckentempo fahrende Autofahrer sie erst, wenn sie wenige Zentimeter vor der Stoßstange auftauchten.

Auch Stadt lag im Nebel

Auch die Neujahrsbegrüßer am Bebelplatz hatten kaum Sicht. Ein junges Pärchen aus Frankfurt, das eigentlich noch zum Schloss hoch wollte, verabschiedete sich kurz nach zwölf ins Hotel. An der Wilhelmshöher Allee feierten die Menschen gegenüber dem IC-Bahnhof und weiter oben an der Shell-Tankstation besonders zahlreich. Ein Feuerwerk sahen aber auch sie nicht.

Sieht man von den Bränden in Kirchditmold und Vollmarshausen ab, blieb es aus Polizeisicht in der Nacht zu Neujahr relativ ruhig.

Von José Pinto

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