Tat ist fünf Wochen her

Filiale der Kasseler Bank nach Überfall immer noch geschlossen

Seit Mitte August geschlossen: Die Kunden der Kasseler Bank in Nordshausen werden auf andere Filialen verwiesen. Die zerstörte Tür rechts ist durch Bretter ersetzt. Foto:  Siemon

Kassel. Vor fünf Wochen schreckte die Detonation die Menschen in Nordshausen aus dem Schlaf auf. Unbekannte sprengten mitten in der Nacht den Geldautomaten der Kasseler Bank an der Korbacher Straße. Die Filiale hat immer noch nicht wieder geöffnet.

Die Tür, die im August durch die Explosion zerstört wurde, ist durch eine Bretterwand verschlossen. Vor dem Gebäude steht ein Absperrzaun. An der Fassade steht, dass die Filiale vorübergehend geschlossen ist.

Mittlerweile kursieren im Stadtteil Gerüchte, die Kasseler Bank wolle den Filialstandort womöglich ganz aufgeben. „Wenn das eintreten sollte, wäre ein wichtiges Stück Infrastruktur für Nordshausen verloren“, sagt Ortsvorsteher Michael Plätzer.

Als sich vor Jahren die Sparkasse aus Nordshausen verabschiedet habe, seien viele Kunden zur früheren Raiffeisen Bank gewechselt. Der einzige Sparkassen-Service, der übrig geblieben ist, sei die Barauszahlung beim Bäcker auf die EC-Karte.

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Zu Spekulationen über die Zukunft des Filialstandorts will sich Christina Hackenberg von der Kasseler Bank nicht äußern. Das Gebäude sei durch die Explosion stark erschüttert worden. Deshalb sei unter anderem eine Statikprüfung nötig. „Wir haben Gutachten in Auftrag gegeben, die noch nicht abgeschlossen sind“, sagt die Pressesprecherin der Bank. Wie lange es dauert, bis Sanierungsarbeiten beginnen, könne sie nicht sagen.

Bilder vom Tatort

Geldautomat der Kasseler Bank zerstört

„Ich hoffe, dass die Filiale erhalten bleibt und so bald wie möglich saniert wird“, sagt Elke Rietze-Sulzbacher vom Naturkostladen Quer Beet. Der befindet sich im Hinterhaus des von der Bank genutzten Gebäudes. „Das ist unsere Hausbank, viele Kunden verbinden zudem den Einkauf mit Überweisungen oder anderen Geldgeschäften“, sagt sie. Wie stark das Gebäude an der Korbacher Straße beschädigt sei, könne sie nicht einschätzen. „Bei uns ist jedenfalls nichts kaputt gegangen.“

Die Täter hatten ein Gasgemisch in den Raum mit dem Geldautomaten geleitet und per Fernzündung für die Explosion gesorgt. Die war so stark, dass die 40 Kilogramm schwere Stahltür des Automaten quer über die Straße geschleudert wurde. Weder die Bank noch die Polizei machen Angaben darüber, wie hoch die Beute war. Der Sachschaden sei jedenfalls deutlich höher. Die Fahndung nach den Tätern läuft nach Angaben der Kasseler Ordnungshüter noch. Innerhalb kurzer Zeit waren Geldautomaten in Nordshausen, Göttingen und Arnstadt gesprengt worden.

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