Filmmusik fürs Kopfkino

Open-Air-Konzert des Staatsorchesters Samstag auf dem Friedrichsplatz

Seit gestern wird die Bühne für das Kasseler Filmmusikfest „Film ab!“ auf dem Friedrichsplatz aufgebaut. Derweil wird im Staatstheater dahinter noch kräftig geprobt. Foto: Schachtschneider

Kassel. Musik fürs Kopfkino gibt es beim Filmmusikfest „Film ab!“ am Samstag, 29. Juni, um 20 Uhr auf dem Friedrichsplatz direkt neben dem Staatstheater.

Wilde Piraten, rosa Schmusekatzen, kleine Monster, die berühmte Doppel-Null und noch viel mehr Leinwandhelden kommen zu Ehren – und zwar ausschließlich akustisch.

Stücke aus allen Genres

Schon seit Wochen feilen rund 70 Musiker des Staatsorchesters Kassel am Programm, zweieinhalb Stunden der berühmtesten Filmkompositionen aus allen Genres werden sie aus dem Hut zaubern – Krimi, Thriller, Komödie, Science-Fiction, Western, Action, Fantasy, Melodram – schon nach den ersten Takten werden die Filmbilder in den Köpfen der Zuschauer lebendig. Die beiden Sänger Judith Lefeber und Henrik Wager tragen das Übrige dazu bei, eine Band mit Schlagzeug und E-Gitarre setzt ein, wenn’s rockig werden soll.

Bis zu 15.000 Besucher werden bei gutem Wetter erwartet, „eine adäquate Menge passend zum Stadtjubiläum“, findet Orchesterdirektorin Insa Pijanka, die mit Dirigent Rasmus Baumann und Moderator Björn Bonn durch den Abend führen wird. Zu jedem Stück gibt’s eine kleine Anekdote, danach sprudelt Musik pur in die Ohren der Besucher.

Platz genug für sie ist da, der Steinweg wird für den Autoverkehr ab 18 Uhr gesperrt. Die Besucher können sich bis in Höhe des Fridericianums stellen und dabei immer noch eine gute Akustik erleben. „Wir wollen aber keinesfalls zu groß sein“, sagt Pijanka. Atmosphäre soll das Konzert haben – für einen unvergesslichen Abend.

Orchesterdirektorin Insa Pijanka und Dirigent Rasmus Baumann freuen sich über viele Besucher. Foto: Naumann

Bereits seit 2003 arbeiten Pijanka und Baumann in Sachen Filmmusik zusammen, „Film ab!“ präsentieren sie zum dritten Mal. Sie lieben diese Spielart von Musik. „Sie ist Dienerin der Handlung, sie beschreibt Szenen“, sagt Baumann. Dabei stehe sie überhaupt nicht in Konflikt mit der Klassik. „Stücke wie etwa von Rachmaninow klingen heute wie Filmmusik, aber natürlich ist das umgekehrt“, sagt der heutige Chefdirigent des Gelsenkirchener Musiktheaters.

Pijanka mag wiederum absurde und skurrile Filme wie die von Tim Burton mitsamt der Musik von Danny Elfman. „Doch leider finden sich dazu kaum Noten“, sagt Pijanka. „Es gibt viel großartige Musik, die wir nicht spielen können, weil die Noten fehlen.“

Doch es gibt Trost: Inzwischen hat das Staatorchester über 100 Filmmusikstücke im Repertoire, „und da kann man sagen, dass wir alle wichtigen Sachen draufhaben“, sagt Pijanka.

Also dann: Musik an, Film ab.

Von Boris Naumann

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.