Polizeihund spürte zwei Verdächtige auf

Filmreif: Duo raubte Auto und baute Unfälle in Kasseler Innenstadt

Kassel. Ein Überfall auf einen Autofahrer und eine spektakuläre Flucht inklusive mehrerer Unfälle: In der Kasseler Innenstadt wurden zwei Männer festgenommen - dank eines Hundes.

Die beiden Tatverdächtigen im Alter von 21 und 30 Jahre wurden von Polizeihund „Hancock“ hinter Mülltonnen aufgespürt. Allerdings sucht die Polizei noch einen Mann, der während der Flucht von den Tätern angefahren worden sein soll.

Die beiden Männer sollen gegen 0.30 Uhr einen 43-jährigen Autofahrer aus Hann. Münden auf der Schillerstraße angegriffen haben. Laut Polizeisprecher Torsten Werner hielt der Mann zu diesem Zeit hielt mit seinem Auto in einer Parkbucht, um zu telefonieren. Wie der 43-Jährige berichtet, rissen die Täter plötzlich die Türen auf, traten und schlugen auf ihn ein und verlangten sein Geld. Verletzt habe der 43-Jährige aus dem Auto fliehen können. Später wurde er im Krankenhaus behandelt.

Die beiden Männer starteten den Wagen und rasten in Richtung der Hoffmann-von-Fallersleben-Straße davon. Dort bogen sie nach rechts und stoppten zunächst an der roten Ampel des Lutherplatzes. Dabei rollte der Wagen rückwärts mehrfach gegen einen Mercedes, der dahinter hielt. Anschließend fuhren sie weiter in Richtung Scheidemannplatz und bauten dort den zweiten Unfall. Bei einer 180-Grad-Wende beschädigten sie mehrere Verkehrsschilder.

Er stellte die Tatverdächtigen: Diensthund Hancock.

Den dritten Unfall verursachten sie beim verbotswidrigen Einbiegen von der Kurt-Wolters-Straße nach rechts in die „Kleine Rosenstraße“. Abermals beschädigten sie dort ein Verkehrsschild.

Ein Zeuge, der die beiden Männer verfolgte, gab einer in die Fahndung eingebundenen Funkstreife den entscheidenden Hinweis über den Standort des Fluchtwagens.

Die Tatverdächtigen hatten den Unfallwagen auf einem Parkplatz an der Kölnischen Straße in der Verlängerung der Spohrstraße stehen lassen und waren anschließend zu Fuß in Richtung Scheidemannplatz geflüchtet. Beamten des Reviers Mitte gelang es schließlich, die beiden Tatverdächtigen im Hinterhof eines Gebäudes an der Wolfsschlucht festzunehmen.

Diensthund „Hancock“, ein zweieinhalb Jahre alter Deutscher Schäferhund, hatte die Männer aufgespürt, die sich hinter Mülltonnen vor der Polizei versteckt hatten. Nachdem der freilaufende Schäferhund die Männer entdeckte, hielt er sie durch Bellen solange in Schach, bis die Streife herbeigeeilt war. Die Verdächtigen ließen sich widerstandslos festnehmen.

Bei den beiden Männern handelt es sich um keine Unbekannten, so der Polizeisprecher. Sie sind bereits mehrfach wegen Gewalt-, Eigentums- und Drogendelikte in Erscheinung getreten. Sie befinden sich derzeit im „Zentralen Polizeigewahrsam“ der Kasseler Polizei und sollen im Laufe des Tages einem Haftrichter am Amtsgericht vorgeführt werden. Beide waren zur Tatzeit offenbar alkoholisiert und standen unter Drogeneinfluss.

Die Ermittler des für Raubdelikte zuständigen K 35 bitten insbesondere den möglichen Zeugen, der am Lutherplatz von dem Fluchtwagen angefahren wurde, sich unter Tel. 05 61/9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen in Kassel zu melden.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture-alliance/ dpa

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