Kriegsdrama

Filmteam drehte dramatische Szene mit Horst Janson

Kassel. Ist er es oder ist er es nicht? Diese Frage stellten sich viele Zuschauer am Kulturbahnhof. Dort drehte ein Filmteam mit dem bekannten deutschen Schauspieler Horst Janson. Die Szenen waren für das Kriegsdrama „Abriss der Stille“.

Wie ein eitler TV-Star trat der 77-Jährige nicht auf: Mit Dreitagebart und dicker Jacke spazierte er durch den Bahnhof, Fragen beantwortet der Schauspieler geduldig „Die Älteren sprechen mich meist auf meine Rolle als Bastian und auf die Serie Salto Mortale an, die Jüngeren kennen mich oft noch aus der Sesamstraße“, sagt Janson.

Für den Münchner war es nicht der erste Besuch in der Fuldastadt: „Kassel läuft mir immer wieder über den Weg.“ Zur documenta war er bereits hier und ein alter Schauspielerkollege habe am Staatstheater gespielt.

Der jüngste Abstecher nach Kassel war ein Arbeitsbesuch: Janson übernimmt in dem Kriegsdrama „Abriss der Stille“ des Kasseler Regisseurs Jakob Gisik eine Gastrolle. Er spielt einen Mann, der sich an seine Kindheit im Krieg erinnert: Nachdem er seine Eltern bei einem Bombenangriff verloren hat, rettet ihn ein amerikanischer Soldat. Jansons Rolle endet mit einer Todesszene im Bahnhof – mehr soll nicht verraten werden.

„Die Rolle war reizvoll“, sagte Janson. Außerdem habe er gute Erfahrungen mit Regieneulingen gemacht. Als solcher sieht sich der Kasseler Jakob Gisik allerdings nicht mehr. Für den Hobbyregisseur ist es der dritte Film. „Es wäre ein Traum, damit irgendwann Geld zu verdienen“, sagt er.

Dass der Film mit einem kleinen Budget von 12.000 Euro trotzdem großartige Bilder zeigt, ist vielen Helfern zu verdanken. 50 seien es allein an den letzten beiden von acht Drehtagen gewesen, sagt Produktionsleiter Marco Mansheimer. Auch Horst Janson sei bei seiner Gage den Filmern sehr entgegen gekommen. Zu den Helfern gehörte auch Frank-Michael Pretzl. Der 49-jährige Kasseler war schon in vielen Filmen Statist. „Ich mag das Set-Flair mit Regisseur und Helfern“, sagt er. In „Abriss der Stille“ ist er zweimal zu sehen: als Leiche und als Soldat.

Janson in Bildern

Schauspieler Horst Janson in Bildern

Wie professionell die Filmer vorgehen, zeigten die Arbeiten im Filmstudio des Offenen Kanals: Eine halbe Stunde lang wurde eine einzige Einstellung gedreht. Ingesamt werden aus den letzten zwei Drehtagen fünf Minuten Film werden.

Bis zur Premiere in Kassel wird aber noch Zeit vergehen: Ursprünglich war laut Gisik der Februar 2013 für die Fertigstellung angepeilt. Doch das sei kaum noch zu machen. http://www.jakale.com

Von Göran Gehlen

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