Gesetz legt Wirkungsgrad für Feuerstellen fest: Manche Besitzer müssen nachrüsten

Filter für die alten Öfen

Experten für Feuerstätten: Bezirksschornsteinfegermeister Michael Maurer (rechts) mit Schornsteinfegermeister Florian Reitze. Archivfoto: Jünemann

Kassel. Kaminofenbesitzer sollten sich ihre Feuerstelle einmal genau ansehen. Denn am 22. März tritt eine Änderung im Bundes-Immissionsschutzgesetz in Kraft, die bei bestimmten Kaminöfen einen Wirkungsgrad von mindestens 73 Prozent vorschreibt. Erfüllt der Kamin die Auflage nicht, kann die Stilllegung oder die Nachrüstung mit einem Filter drohen.

„Betroffen sind zunächst Kaminöfen, Pelletöfen, Kachel- und Specksteinöfen, die zwischen 1950 und Ende 1974 gebaut wurden“, sagt Bezirksschornsteinfegermeister Michael Maurer. Eine kleine Metallplakette am Gerät, das sogenannte Typenschild, gibt Auskunft über den Wirkungsgrad.

Frist bis 2014

Laut der Gesetzesänderung haben Kaminofenbesitzer bis Ende 2014 Zeit, die Altgeräte, wenn sie den geforderten Wirkungsgrad unterschreiten, mit Rußpartikel-Filtern nachzurüsten. Kamine, die zwischen 1975 und Ende 1984 gebaut wurden, müssen bis Ende 2017 mit Filtern versehen oder stillgelegt werden. Geräte der Baujahre 1985 bis 1995 haben eine Übergangsfrist bis Ende 2020, Öfen ab Baujahr 1995 müssen die gesetzlichen Anforderungen bis 2024 erfüllen.

Doch was ist zu tun, wenn das Typenschild nicht mehr vorhanden oder unvollständig ist? „Man kann beim Hersteller der Feuerstätte nachfragen oder sich in der HKI-Datenbank informieren“, rät Maurer. Im Internet bietet der HKI – Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik – eine Übersicht über einen Großteil der Kaminöfen an. Nach Eingabe des Herstellers und des Gerätenamens erhält man die Information, ob das Gerät den gesetzlichen Bestimmungen entspricht oder nicht. „Im Zweifelsfall kann man auch eine Emissionsmessung mit seinem Schornsteinfeger vereinbaren“, sagt Maurer. Ein Kamin mit hohem Wirkungsgrad brauche weniger Brennstoff für die gleiche Leistung. Das spare Geld und schone die Umwelt.

Ausgenommen von der Gesetzesnovelle sind Kaminöfen, die vor 1950 gebaut wurden. Diese gelten als historisch. „Nicht betroffen sind auch Feuerstätten für den täglichen Bedarf“, sagt Kamin-Experte Maurer. Kochherde, Warmwassererzeuger und Waschkessel, die mit Kohle oder Holz betrieben werden, seien von der Regelung ausgenommen.

Einen weiteren Sonderfall stellen offene Kamine dar. Für diese gibt es bereits eine gesetzliche Reglementierung: Nur an acht Tagen im Monat dürfen sie für jeweils fünf Stunden genutzt werden.

Mit der HKI-Datenbank können Sie im Internet prüfen, ob Ihr Kamin den gesetzlichen Bestimmungen entspricht: www.zert.hki-online.de

Von Jan Baetz

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