Kasseler Informatiker organisieren weltweiten Wettbewerb

Weltweiter Wettbewerb: Wer findet die besten Babynamen?

Organisieren den Wettbewerb: Die Informatiker Folke Mitzlaff (links) und Jürgen Müller vom Fachgebiet Wissensverarbeitung der Universität Kassel. Foto: Ludwig

Kassel. Es ist ein Problem, das werdende Eltern kennen: Wie soll der Nachwuchs heißen? Weil er selbst Vater wurde, entwickelte der Informatiker Folke Mitzlaff die Vornamen-Suchmaschine Nameling (http://nameling.net).

Dort gibt der Nutzer seine Vorlieben ein und erhält neue Vorschläge, die zu seinen Vorlieben passen. Nun koordiniert der Mitarbeiter am Fachgebiet Wissensverarbeitung der Uni Kassel einen internationalen Wettbewerb, bei dem das beste Vorschlagssystem gekürt wird.

Fünf Universitäten aus Deutschland, Brasilien und den USA nehmen an der „Discovery Challenge“ teil. Deren Wissenschaftler entwickelten Empfehlungssysteme, die bereits seit 1. August auf Nameling integriert sind. Dadurch wird Nameling noch schlauer.

Denn bislang griff die Suchmaschine allein auf Wikipedia-Daten zurück. Es wurden dem Nutzer Namen vorgeschlagen, die dort in ähnlichen Kontexten auftauchen wie der eingegebene Name. Nun aber kommen Algorithmen zum Einsatz, die auch Internet-Kaufhäuser verwenden. Die Nutzer erhalten personalisierte Empfehlungen nach Suchprofilen – dem eigenen oder denen anderer Nameling-Nutzer. Das Prinzip ist aus dem Online-Kauf bekannt: Viele Nutzer, die nach Kevin suchten, haben auch nach Pascal und Guido gesucht und die Namen positiv bewertet.

Nach einem Jahr Betrieb von Nameling gebe es dafür jetzt eine ausreichend große Datenbasis, sagt Mitzlaff. Insgesamt 65 000 Menschen aus über 40 Ländern hätten die Suchmaschine bisher genutzt.

Im Hintergrund – und für die Nutzer nicht sichtbar – laufen nun für den Wettbewerb fünf konkurrierende Empfehlungssysteme. Es gewinnt das Forscherteam, dessen Empfehlungssystem die besten Vorschläge geliefert hat. Das heißt, dessen Ergebnisse den Nutzern von Nameling am besten gefallen haben.

Damit die Trefferquote hoch ist, wird an das System auch übermittelt, aus welchem Land die Nutzeranfrage kommt. Denn je nach kulturellem Umfeld sind die Vorlieben unterschiedlich.

Der Wettbewerb läuft bis 23. September. Dann findet in Prag eine Konferenz zum maschinellen Lernen statt. Dort wird der Sieger gekürt.

Von Bastian Ludwig

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