International und prominent besetzt

Findungskommission sucht Leiter der documenta 14

Kürt den documenta-Kurator: Chris Dercon, Kommissionsmitglied. 

Kassel. Sie ist wieder international und prominent besetzt: Die Findungskommission, die den Leiter der documenta 14 bestimmen soll, steht fest.

Acht Kunstexperten aus Deutschland, Polen, Portugal, Mexiko, Großbritannien, Südkorea und dem Senegal treffen sich zum ersten Mal nächstes Wochenende in Kassel.

Nach dem Auftaktwochenende in Kassel sind noch zwei mehrtägige Sitzungen geplant. Die eine zum Beginn der Biennale in Venedig, zu der sowieso die internationale Kunstszene anreist - das spart Reisekosten. Nach dem Treffen im November wird die Kommission dem documenta-Aufsichtsrat einen Vorschlag unterbreiten. Bisher ist dieses Gremium dem Expertenrat immer gefolgt. Die d14 beginnt am 10. Juni 2017.

Die Bereitschaft, in der Kommission mitzuwirken, bedeutet in einer Hinsicht eine Vorentscheidung: Wer daran teilnimmt, wird nicht selbst die nächste documenta leiten.

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Bestens bekannt in Deutschland ist das Kommissionsmitglied Chris Dercon. Der Belgier leitete bis 2011 das Haus der Kunst in München, wo er die große Ai-Weiwei-Ausstellung „So sorry“ zeigte. Seither ist er Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London.

Kürt den documenta-Kurator: Susanne Gaensheimer, Kommissionsmitglied

Internationale Erfahrung hat auch Susanne Gaensheimer, seit 2009 Direktorin des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt. Als Kuratorin des Deutschen Pavillons auf der Venedig-Biennale präsentierte sie 2011 Christoph Schlingensief, für dieses Jahr lud sie ein internationales Quartett ein, darunter Ai Weiwei.

Gaensheimer leitete von 2001 bis 2008 die Sammlung für Gegenwartskunst in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in München. Dort ist Matthias Mühling Kurator, 2014 übernimmt er im Lenbachhaus, das im Mai nach langer Renovierung wiedereröffnet wird, die Direktion.

Der Kommission gehören außerdem an Suzanne Cotter, Direktorin des The Serralves Museum of Contemporary Art (Porto), und Joanna Mytkowska, Kuratorin am Museum für Modern Art Warschau. Eine nichteuropäische Perspektive bringen ein: Kim Hong-hee, Direktor des Seoul Museum of Art, Koyo Kouoh, Künstlerische Direktorin der Raw Material Company, Dakar, und Osvaldo Sánchez, Direktor von inSite05, Mexico-Stadt.

Die Kommission ist neu zusammengesetzt. Vor fünf Jahren hatten sich ebenfalls acht Experten auf Carolyn Christov-Bakargiev verständigt. Sie kamen aus Madrid, Moskau, New York, Sydney, Rio de Janeiro und Hongkong. Aus Deutschland gehörten Kasper König, Direktor des Museums Ludwig Köln, Udo Kittelmann, damals MMK-Direktor, und Rein Wolfs (Kunsthalle Fridericianum) dazu.

Von Mark-Christian von Busse

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