Dank der schnellen Hilfe von Christoph 7 wurde Eric Redekers Ringfinger gerettet

Finger gerade noch gerettet

Der Finger ist dran: Eric Redeker mit Notarzt Matthias Brüggemann (Mitte) und Handchirurg Dr. Patrice Moubayed. Foto: Michaelis

Kassel / Warburg. Wenn Gliedmaßen abgetrennt werden, zählt jede Minute, um sie retten zu können. Eric Redeker hat Glück gehabt, dass sein rechter Ringfinger erhalten bleibt. Weil der Rettungshubschrauber Christoph 7 den Elfjährigen schnell zur Handchirurgie im Rot-Kreuz-Krankenhaus fliegen konnte.

Die Hilfe für Eric war Rettung auf den letzten Drücker. Weil der Dachlandeplatz umgebaut wird, durfte Christoph 7 dorthin wenige Tage später nicht mehr fliegen. Mittlerweile müsste der Rettungshubschrauber am Park Schönfeld landen.

Was war passiert? Am Nachmittag des 23. März gerät Eric mit seiner Hand in ein Förderband auf einem Bauernhof im Warburger Stadtteil Daseburg. Mit ungebremster Kraft reißt ihm die Maschine Teile des Ringfingers ab. Schnell sind die ersten Retter auf dem Bauernhof.

Doch helfen kann man Eric nur in einer Spezialklinik für Handchirurgie. Die nächstgelegene Einrichtung ist im Rot-Kreuz-Krankenhaus in Kassel. Die Rettungsleitstelle des Kreises Höxter fordert Christoph 7 an. Kurz vor Sonnenuntergang, gegen 18.45 Uhr, landet der Rettungshubschrauber auf dem Rot-Kreuz-Krankenhaus. Eric erlebt den Flug bei vollem Bewusstsein. „Aber von der Landschaft habe ich nicht viel gesehen“, sagt er im Nachhinein. „Ich habe ja gelegen.“ Notarzt Matthias Brüggemann ist beeindruckt von seinem Patienten: „Er war die ganze Zeit so cool.“

Direkt nach der Landung wird Eric in den OP gebracht, wo Oberarzt Dr. Patrice Moubayed und sein Team schon bereitstehen. Viel später hätte die Operation nicht beginnen dürfen, sagt der Handchirurg. „Je länger es dauert, desto kritischer wird es.“ Gerade bei jungen Patienten müsse man jede Chance nutzen, eine Amputation von Gliedmaßen zu vermeiden. Erics Finger wird in die Handfläche geklappt und dort vernäht, damit sich wieder Haut bilden kann.

Schmerzen hat Eric heute keine mehr. „Es fühlt sich so an, als würde der Finger einfach auf der Hand liegen“, sagt er. Mit dem bisherigen Heilungsverlauf ist Dr. Moubayed zufrieden. Wenn alles glatt läuft, könne der Finger in etwa drei Wochen wieder von der Handfläche gelöst werden. Dann kann Eric bald wieder mit dem Schläger an der Platte stehen. Er spielt nämlich Tischtennis, wofür er den sonst eher selten genutzten Ringfinger dringend braucht.

Mehr im Regiowiki: http://regiowiki.hna.de/Christoph_7

Von Claas Michaelis

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