Ware geht Ende Januar auf Reisen

Firma Apel baut riesigen Wintergarten für Kunden in Tadschikistan

Ein Wintergarten so groß wie ein normales Wohnhaus: Er wurde in Kassel gebaut und geht nach Tadschikistan.

Kassel. Der Wintergarten ist riesig – mit fast 130 Quadratmetern so groß wie ein Einfamilienhaus; 18,2 Meter lang, sieben breit und an der höchsten Stelle 5,3 Meter hoch. Gebaut hat ihn der Kasseler Metallbauer und Konstruktionstechniker Apel.

Ende des Monats geht das Ungetüm auf die Reise – auf eine sehr weite, über Litauen nach Tadschikistan. Luftlinie: rund 5000 Kilometer.

Dort wird der qualitativ hochwertige, 160 000 Euro teure Wintergarten mit aufwändiger, elektronisch gesteuerter Beschattungstechnik auf dem Dach und Markisen in der Senkrechten an ein Gebäude angebaut, dessen Besitzer nicht genannt werden will und darf. Nur soviel: Es handelt sich um eine sehr einflussreiche Persönlichkeit in dem kleinen Hochgebirgsstaat, das umgeben ist von Usbekistan, Kirgisistan, Afghanistan und China.

„Das ist der größte Wintergarten, den wir je gebaut haben“, sagt Firmenchefin Sigrid Apel nicht ohne Stolz. Wie sie an den Auftrag gekommen ist? Über einen in der Region lebenden Tadschiken, der als Vermittler aufgetreten ist. Sein Auftrag war, einen Wintergarten-Bauer zu finden, der das anspruchsvolle Projekt umsetzen kann.

Ganz schön groß: Unser Foto zeigt (von links) Sigrid Apel, Konstrukteur Udo Beermann und Metallbauer Lothar Schaffer an einem 18 Meter langen Bauteil. Fotos: Schachtschneider

In Kassel wurde er fündig, denn das 1972 gegründete Unternehmen hat bislang unzählige Wintergärten, Vor- und Terrassen-Überdächer sowie Carports konstruiert, gebaut und im gesamten Bundesgebiet aufgestellt. Hinzu kommen Geländer, Türen und Fenster. 27 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen und gehört damit zu den großen Handwerksbetrieben in der Region. Der jährliche Umsatz beläuft sich nach Angaben Apels auf rund zwei Millionen Euro.

Die Auftragslage sei gut, der Betrieb ausgelastet, sagt die Geschäftsführerin. Die Kundschaft besteht ganz überwiegend aus Privatpersonen, und die investiere verstärkt in die eigenen vier Wände. Für die öffentliche Hand arbeite sie nur ungern. „Da läuft man doch nur seinem Geld hinterher“, sagt die rührige Geschäftsfrau.

Ihren Erfolg führt sie auch auf ihr Geschäftsmodell zurück. Denn Apel ist ein Komplettanbieter, der auch Maurer-, Fliesen-, Estrich und Elektrikerarbeiten ausführt – und das nicht mit Fremdfirmen, sondern ausschließlich mit eigenen, festen Mitarbeitern. Das mache sonst keiner in der Region. „Die Kunden mögen das. Sie müssen sich um nichts kümmern“, sagt Sigrid Apel.

Von José Pinto

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