Spezialschlauch-Hersteller investiert 1,2 Millionen Euro – Mitarbeiter steuern 500 000 Euro bei

Firma Senior baut neue Halle

Andreas Brand

kassel. Die Senior Flexonics GmbH in Kassel investiert kräftig, baut die Stammbelegschaft aus, erschließt neue Geschäftsfelder und bleibt auf Wachstumskurs. Derzeit entsteht für 1,2 Millionen Euro eine neue Halle am Firmensitz an der Frankfurter Straße.

Im kommenden Sommer soll sie fertig sein und die Produktion gewellter Edelstahlschläuche aufnehmen. Das ist die Kernkompetenz des alteingesessenen Unternehmens. Daraus produzieren die Schlauchprofis aus Kassel flexible, hochfeste und dichte Leitungssysteme für spezielle Anwendungen in Industrie, Kraftwerken und Heizungstechnik sowie für Fahrzeuge und Großmotoren. Ganz gleich wo die Schwerstarbeiter aus Kassel eingesetzt werden: Sie müssen hohen Drücken und Temperaturen, widrigen Witterungsbedingungen und häufig auch starken Vibrationen standhalten. Das Besondere an der aktuellen Investition ist: Gut 40 Prozent – also 500 000 Euro – haben die Beschäftigten über zeitweise unbezahlte Arbeit beigesteuert. „Ohne diesen Beitrag würde es die neue Halle nicht geben“, sagt Geschäftsführer Andreas Brand. Im täglichen Geschäft redet ihm die britische Mutter, die Senior-Gruppe, zwar nicht hinein, aber bei Investitionen dieser Größenordnung entscheiden die Herren auf der Insel gern selbst. Und ohne den Beitrag der Belegschaft, so Brand, hätte es im aktuellen Fall keine Einwilligung gegeben. „Die neue Halle sichert den Standort Kassel langfristig“, ist Brand überzeugt. Im Zuge dieser Investition und der insgesamt guten Auftragslage hat Senior Flexonics 23 Zeitarbeiter zunächst befristet eingestellt. Damit gehören aktuell 273 Männer und Frauen zur Stammbelegschaft. 50 Beschäftigte sind weiterhin als Leiharbeiter im Einsatz. Die Geschäfte laufen gut, insbesondere im Lkw-Bereich, in dem die Kasseler zweistellige Zuwachsraten verzeichnen. Das hat nicht nur mit der guten Truck-Konjunktur, sondern vor allem auch mit den wachsenden Umweltstandards zu tun. Denn die Euro-6-Norm können Brummis und Großmotoren nur erfüllen, wenn bei der schwierigen Abgasrückführung gasdichte Edelstahl-, statt Gummischläuche zum Einsatz kommen. „Je strenger die Umweltnormen, desto besser für uns“, sagt Brand.

Einstieg ins Pkw-Geschäft

Künftig will Senior Flexonics mit einem ähnlichen Produkt ins Pkw-Geschäft einsteigen. Wie im Lkw-Bereich müssen die Schläuche hochfest sein und Temperaturen von 1000 Grad ertragen. Dagegen läuft das Geschäft mit Spezialschläuchen für solarthermische Großkraftwerke (siehe Stichwort) verhalten. Grund: Derzeit sind keine großen Projekte geplant. Aber Brand ist sicher, dass die Sparte großes Potenzial hat. Vor allem in der superreichen Golfregion dürften seiner Ansicht nach absehbar große solarthermische Anlagen entstehen.

Von José Pinto

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