Betriebliche Weihnachtsfeste weiterhin beliebt - Gastronomen melden gutes Geschäft

Firmen feiern trotz Krise

Kollegen unter sich: Auch im Düsseldorfer Hof finden in diesen Tagen viele Weihnachtsfeiern statt wie das Fest einer HNA-Tippgemeinschaft. Unter anderem dabei: Frank Thonicke, Werner Fritsch, Tibor Pézsa, Wolfgang Blieffert, Ulrich Brehme und Robin Lipke (von links). Foto: Schachtschneider

kassel. Krise hin oder her - viele Gaststätten und Restaurants sind seit Wochen mit betrieblichen Weihnachtsfeiern ausgebucht. Das Bootshaus am Auedamm zum Beispiel, in dem bis zu 130 Gäste Platz finden, richtet seit vier Wochen jeden Abend eine Weihnachtsfeier aus. „Wir hätten noch mehr machen können“, sagt Chef Hans-Joachim Weber über die rege Nachfrage. „Wir können uns nicht beklagen.“

Laut Weber wird dabei auch nicht gespart. „Die Motivation der Mitarbeiter ist den Firmen etwas wert“, sagt er. Dies werde auch in den Vorgesprächen deutlich. „Es soll etwas Ordentliches sein.“ Im Schnitt zahlten die Betriebe 40 bis 50 Euro pro Person.

Wo man auch hinhört, die Gastronomen scheinen zufrieden. „Wir sind bis einschließlich Weihnachten ausgebucht“, sagt Horst Kohberger vom Gasthaus zum Rammelsberg in Bad Wilhelmshöhe. Das Weihnachtsgeschäft habe vor sechs Wochen begonnen. „Es war ausgezeichnet bisher.“ Zwar gebe es Abstriche, aber nicht erst seit der Krise.

Der Düsseldorfer Hof in Wehlheiden, in dem 200 Gäste Platz haben, ist laut Kostas Vick seit sechs Wochen jeden Abend voll. „Das hat’s noch nie gegeben“, sagt er. Die Gäste schränkten sich beim Gänseessen auch nicht ein. „Es ist richtig gut gelaufen“, sagt der Gastwirt. „Wir sind voll ausgelastet“, berichtet auch Hartmut Apel. Er betreibt einen Catering Service, die Königsalm auf dem Königsplatz und eine weitere in Nieste. Es gebe immer noch genügend Betriebe, die Weihnachtsfeiern pflegten, sagt der Gastronom. Meist seien es einzelne Abteilungen, die nach Feierabend zusammenkämen. „Man merkt aber schon, dass ein bisschen gespart wird.“ Die meisten zahlten selbst.

Karl-Ernst Seebach, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes Kassel Stadt und Land, äußert sich ähnlich. Zwar gebe es die traditionelle Form der Weihnachtsfeier noch, doch werde sie inzwischen meist privat von einzelnen Abteilungen organisiert. Inwieweit die Krise sich dabei auswirke, könne er nicht sagen. Sicher sei: „Das Betriebsklima spielt eine große Rolle.“ Die klassische Form der betrieblichen Weihnachtsfeier sei seit Jahren rückläufig.

„Es ging dieses Jahr etwas später los“, sagt Sascha Pensky von den Fliegenden Köchen, die nach Auftrag kochen. Viele entschieden sich kurzfristiger als sonst. Es werde auch mehr gespart. Statt des Rinderfilets komme zum Beispiel ein Schweinemedaillon auf den Teller. „Das Geld wird nicht mehr mit vollen Händen ausgegeben“, sagt Pensky. Das Weihnachtsgeschäft sei dennoch unverändert gut. „Wir sind seit Mitte November ausgebucht.“

Von Ellen Schwaab

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.