Studie: 2019 jeder zweite Akademiker-Job in der Region unbesetzt

Den Firmen gehen die Uni-Absolventen aus

Kassel. Nordhessens Firmen werden in den nächsten Jahren massive Schwierigkeiten bekommen, akademisch gebildete Mitarbeiter zu gewinnen. Laut einer Untersuchung an der Universität Kassel tut sich bereits in diesem Jahrzehnt eine gewaltige Lücke auf dem Arbeitsmarkt auf.

Im Jahr 2019 könnte demnach in der Region fast jeder zweite Arbeitsplatz für Hochschulabsolventen unbesetzt bleiben.

Abwanderung und Geburtenrückgänge spielen dabei offenbar nur eine untergeordnete Rolle, das hat Diplom-Ökonom Norman Vogt für seine Abschlussarbeit am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften ermittelt. Durch solche demografischen Effekte werde die Zahl der Arbeitskräfte mit Uni-Abschluss in Nordhessen bis 2019 lediglich um drei Prozent zurückgehen, während der Bedarf der Unternehmen um 44 Prozent steigen werde.

„Daran zeigt sich der Übergang zur Wissensgesellschaft“, sagt Vogt. Die Berufsbilder würden analog zum Fortschritt in Wissenschaft und Technik immer anspruchsvoller, bestätigt Silke Sennhenn, Sprecherin der Arbeitsagentur Kassel. Dementsprechend werde für viele Tätigkeitsfelder ein Hochschuldiplom vorausgesetzt, wo bislang das Abiturzeugnis genügte.

Für den nordhessischen Arbeitsmarkt insgesamt prognostiziert Forscher Vogt: Bis Ende des Jahrzehnts werde das Angebot an Arbeitskräften um acht Prozent sinken, während die Wirtschaft zwei Prozent mehr Personal brauchen werde. „Auch wenn der Trend zur Höherqualifizierung anhält, ist die größte Lücke bei den Akademikern zu erwarten“, sagt Vogt. Derzeit arbeiten in der Region etwa 20 000 Beschäftigte mit Hochschulabschluss.

Auch bei den Fachkräften mit Berufsausbildung werde es immer knapper: Bei unverändertem Personalbedarf stünden im Jahr 2019 neun Prozent weniger von ihnen zur Verfügung. Lediglich im Segment der ungelernten Kräfte sinke die Nachfrage schneller als die Zahl der Arbeitssuchenden.

Von Axel Schwarz

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