Verbraucherschutz übt Kritik

Fitness-Studio Fit+Fun führte Kundin in die Irre

Fühlte sich betrogen: Rita K. wollte diesen Gutschein bis 28. Februar einlösen. Sie sollte aber zunächst 30 Euro zahlen. Foto: Ludwig

Kassel. Mit einer Postwurfsendung warb im Februar das Kasseler Fitness-Studio Fit + Fun an der Angersbachstraße für einen kostenlosen Probe-Monat. Ganz umsonst war der aber nicht.

Die HNA-Leserin Rita K. (Name geändert) freute sich über das Angebot. Doch als sie sich mit dem Studio in Verbindung setzte, um einen Termin zu vereinbaren, teilte ihr ein Mitarbeiter mit, dass der Gratismonat doch mit Kosten verbunden sei. Der Fit + Fun-Geschäftsführer Marc Heilwagen spricht von einem Einzelfall und Missverständnis: Der Gratismonat sei sehr wohl gratis gewesen.

Aus einem E-Mail-Wechsel mit Fit + Fun, der der HNA vorliegt, geht hervor, dass Rita K. zu Beginn ihres Trainings eine Pauschale von 30 Euro zahlen sollte. Wörtlich ist dort zu lesen: „Die diesjährige Clubaktion beinhaltet wieder einen Gratismonat. Allerdings mit einer beginnenden Pauschale von 30 Euro für die Einweisung in den egym-Zirkel, die im Nachherein mit dem Mitgliedschaftsbeitrag verrechnet wird. Sollten Sie keine folgende Mitgliedschaft anstreben, verbleibt es bei dem einmaligen Beitrag von 30 Euro.“

Von solchen Bedingungen ist auf dem Gutschein nichts zu lesen. Rita K. fühlte sich deshalb von dem Angebot in die Irre geführt.

Thomas Hertwig

Thomas Hertwig, Jurist bei der Kasseler Verbraucherzentrale, bestätigt diesen Eindruck, als die HNA ihm den Gutschein und den E-Mail-Verkehr zur Bewertung vorlegt: „Es handelt sich um irreführende Werbung, die gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstößt.“ Zuständig für solche Fälle sei die Wettbewerbszentrale in Bad Homburg. Diese könne Firmen abmahnen.

Fit + Fun weist Kritik zurück

Der Fit + Fun-Geschäftsführer Heilwagen spricht von einem Fehler seines Mitarbeiters. Dieser arbeite erst seit einigen Monaten bei Fit + Fun und kenne die Bedingungen der Aktion offenbar nicht. Es handele sich vermutlich um einen Einzelfall. Es gebe keinerlei Voraussetzungen, um sein Fitness-Studio kennenzulernen. 30 Euro würden nur fällig, wenn Kunden auch in die elektronisch gesteuerten Geräte – den egym-Zirkel – eingewiesen werden wollten. Dies dauere eine Stunde und sei daher kostenpflichtig. Alle anderen Geräte könnten bei der Gratis-Aktion sehr wohl kostenlos benutzt werden. Eine Anfrage, den egym-Zirkel nutzen zu wollen, hatte Rita K. aber nicht gestellt.

Die HNA legte der Wettbewerbszentrale den Sachverhalt vor. Deren Sprecher Peter Brammen teilte daraufhin mit, dass er diesen ebenfalls für eine irreführende und damit unzulässige Werbung halte. Der Gutschein suggeriere ein kostenfreies Angebot ohne jede Bindung. Auch wenn der Geschäftsführer des Fitnesstudios nur von einem Einzellfall spreche, sei die Frau in diesen Fall dennoch in die Irre geführt worden.

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