Flexiblere Zeiten

Kitas: Magistrat beschließt neue Regelungen

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Die neuen Satzungen für Kitas und Horte kommen dem Wunsch der Eltern nach flexibleren Betreuungszeiten deutlich besser nach. Unser Symbolbild zeigt eine typische Betreuungssituation in einer U3-Gruppe.

Kassel. Die Betreuungszeiten für Kinder in den städtischen Kitas Kassels werden ab 2014 deutlich flexibler sein. So sollen künftig beispielsweise Stundenkontingente hinzugebucht werden können.

Zudem wird sich in den einzelnen Einrichtungen die Öffnungszeit am Freitag verlängern. In den Ferien ist künftig nur drei statt bisher vier Wochen zu. Nicht zuletzt wird das Tarifsystem durch eine stundenbezogene Abrechnung deutlich transparenter, gerechter und einfacher gestaltet – wobei die Gebühren geringfügig steigen.

Tarifliche Änderungen ergeben sich ebenfalls bei der Hortbetreuung, sodass auch hier künftig stundenweise abgerechnet werden kann. Zudem verbessern neue Angebote die Ganztagsbetreuung an Grundschulen. „Hier orientieren wir uns am Modell ,Ganztägig arbeitende Grundschulen‘ des hessischen Kultusministeriums“, sagt Anne Janz, Dezernentin für Jugend, Schule, Frauen und Gesundheit. Schlüssel hierfür sei die enge Zusammenarbeit von Lehrern, Erziehern und Mitarbeitern verschiedener Träger aus der Jugendförderung. Auf diese Weise ließen sich verschiedene Betreuungspakete wie eine pädagogische Mittagsbetreuung über alle Werktage bis 14.30 Uhr mit Ferienbetreuung schnüren.

Anne Janz

Die neuen Regelungen wurden in Form von Satzungen vom Magistrat bereits beschlossen. Nun gehen sie durch die Gremien, um dann 2014 in Kraft treten zu können. „Mit den neuen Satzungen schaffen wir eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ohne dabei an der Qualität der Betreuung zu rütteln“, sagt Janz. Einziger Wermutstropfen: Wegen der Schutzschirmauflagen des Landes werde die Stadt keine zusätzlichen Betreuungskräfte zur Verbesserung des Betreuungsschlüssels einstellen können. So gelte weiterhin: „In U 3-Gruppen kommen auf zwölf Kinder zwei Erzieher, in der Kita-Regelgruppe zwei Erzieher auf bis zu 25 Kinder.“

500.000 Euro an Mehreinnahmen muss die Stadt im Betreuungsbereich erwirtschaften, um den Schutzschirmauflagen zu genügen. Im Jahr 2012 erzielte die Stadt rund 5,5 Millionen Euro mit etwa 3700 städtischen und 5300 freien U 3-, Kita- und Hortplätzen. „Durch die moderate Entgelterhöhung werden wir die Hälfte der 500.000 Euro stemmen können“, sagt Janz. Die anderen 250.000 Euro kämen aus anderen Bereichen der städtischen Jugendarbeit.

Seit 2008 seien die Gebühren nicht mehr angehoben worden. „Trotz der Erhöhung liegen wir in Sachen Betreuungskosten im Bundesvergleich immer noch im unteren Drittel“, sagt Dezernentin Anne Janz.

Von Boris Naumann

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