1500 Premierenzuschauer

Premiere: Flic Flac glänzt auch mit leisen Höchstleistungen

Kassel. Flic Flac ist schnell, laut und turbulent. Flic Flac kann auch anders. Ganz leise begann und endete die erste Vorstellung des vierten Festivals der Artisten am Donnerstagabend in dem schwarz-gelben Zelt auf dem Friedrichsplatz.

Lesen Sie auch:

- Flic Flac: Generalprobe versetzt 1500 Gäste ins Staunen

- Flic-Flac-Festival der Artisten: Zirkusstar dreht am Rad

Die russische Sandzeichnerin Lili Christina verzauberte die 1500 Premierenzuschauer mit ihren filigranen Fähigkeiten. Sie zeichnete den Herkules und das Zelt in Sand - ein Zeichen, wie verbunden das Festival mittlerweile mit der Stadt ist. Das war wunderschön und anrührend.

Ohrenbetäubende Darbietungen, wie man sie in der Vergangenheit von den legendären Motorradnummern bei Flic Flac kannte, fehlen in diesem Jahr. Dass aber auch ganz leise Künstler das Publikum zu Begeisterungsstürmen bringen können, bewies Rigolo. Ein Schweizer, der 13 Palm-äste zu einer schwebenden Skulptur zusammenbaut und balanciert. Das ist nicht nur beeindruckend, sondern wohl Schweizer Langsamkeit in ihrer schönsten Form.

Das ist pure Kraft

Auch in diesem Jahr werden die besten drei Darbietungen wieder ausgezeichnet: Der Sieger bekommt 15.000 Euro, der Zweitplatzierte 10.000 Euro und der Drittplatzierte 5000 Euro. Das Publikum darf wählen. Zu den Anwärtern für einen Preis zählen ganz bestimmt Adam aus den USA und Anton aus der Ukraine. Die beiden durchtrainierten Männer unterhalten mit einer überaus kraftvollen Hand-auf-Hand-Balance in allen Körperlagen. Da steckt nicht nur pure Kraft hinter, sondern diese herausragende Akrobatik ist auch ästhetisch.

Ein ganz besonderes Verhältnis zu seinem Körper hat auch Robert Muraine, ein Sunny-Boy aus Kalifornien. Ein Anatomiewunder, das seinen Körper wie eine Gummipuppe verrenkt. Arme, Beine sind in den unmöglichsten Stellungen, der Rücken wird nach hinten durchgebogen. Das ist nicht nur abgefahren, sondern auch witzig.

Apropos Witz: Andrej Jigalov, Absolvent der berühmten Moskauer Zirkusschule, ist ein preisgekrönter Clown. Über Humor lässt es sich bekanntlich streiten: Die erste Nummer, bei der sich Jigalov mit einer voll- und fast barbusigen Dame mit der Einfachheit der männlichen Sexualität beschäftigt, trifft vielleicht nicht jeden Geschmack. Zum Glück hat der preisgekrönte Clown zwei weitere Auftritte, bei denen er sein Können zeigt. Ganz reizend seine Interpretation des Sinatra-Klassikers „My Way“.

Flott und lustig

Flott, lustig, akrobatisch und schnell, wie man es von Flic Flac kennt, sind die wohl schmerzfreien Catwall-Acrobats aus Kanada, die an einen Käfig wie Stehaufmännchen hochlaufen und wieder runterspringen. Das macht Spaß.

Für Tempo in der Manege sorgt auch der Jongleur Phil Os, der bis zu drei Diabolos gleichzeitig rocken lässt. Mit tosenden Applaus wurde Os nicht nur belohnt, weil er aus Kassel stammt.

Der Zirkus Flic Flac gastiert bis zum 13. Januar 2013 auf dem Friedrichsplatz, Vorstellungen beginnen um 16 und 20 Uhr. Karten gibt es zwischen 22 Euro (Kinder/ermäßigt 19 Euro) und 46 Euro (43 Euro) in allen Geschäftsstellen der HNA, Tel. 05 61/203 204, per Telefon unter 01805/14 77 99, über www.flicflac.deund an der Zirkuskasse auf dem Friedrichsplatz

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Fotos von der Generalprobe

Zirkus Flic Flac: Bilder von der Generalprobe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.