Mit 26 gab Barto seinen sicheren Job auf

Flic Flac: Dieser Publikumsliebling ist mehr als nur ein Clown

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Komische Körperkunst: Barto auf der Bühne des Zirkus Flic Flac – unter anderem zwängt er sich durch einen Kleiderbügel.

Bei ihm kringeln alle vor Lachen: Barto ist einer der Publikumslieblinge beim Zirkus Flic Flac in Kassel. Der Belgier ist Clown und  Schlangenmensch - und unglaublich lustig.

  • Barto ist einer der Publikumslieblinge beim Zirkus Flic Flac.
  • Der Zirkus gastiert mit dem Festival der Artisten in Kassel.
  • Die Vorstellungen laufen noch bis zum 12. Januar.

Manchmal lachen die Besucher des Zirkus Flic Flac, obwohl Barto schreien könnte vor Schmerzen. Der belgische Artist zwängt seinen Körper etwa durch einen Kleiderbügel. Die Arme verbiegt er dabei so, dass Orthopäden eine Schultereckgelenksprengung befürchten würden. Barto überspielt den Schmerz aber mit ziemlich lustigen Grimassen. Man muss einfach lachen.

Zirkus Flic Flac: Bei Clown Barto kringeln sich alle vor Lachen

Dank solch „dummer Sachen“, wie der 55-Jährige seine Kunst nennt, ist er einer der Publikumslieblinge beim Festival der Artisten. Nicht nur Kinder kringeln sich vor Lachen, wenn er sich einen Gummihandschuh über den Kopf zieht und alle darauf warten, dass das Ding platzt.

Barto will sich nicht in Kategorien stecken lassen

Er ist Clown und Schlangenmensch - und so richtig Zuordnen will  sich Barto in keine der beiden Kategorien.

Manche nennen Bart van Dyck, wie Barto richtig heißt, einen Clown oder Kontorsionisten, was das Fachwort für einen Schlangenmenschen ist, der sich gegen sämtliche anatomische Regeln verbiegen kann. Barto vermeidet beide Begriffe. Bei Clowns denken viele nur an rote Nasen und alberne Kostüme. Und für einen Kontorsionisten ist er viel zu lustig.

Barto inszeniert seinen flexiblen Körper einfach saukomisch

„Die Leute erwarten solche Dinge nicht von mir.“ Vielleicht ist dies das Geheimnis, warum Barto so gut ankommt. Seine Kunst ist ebenso ungewöhnlich wie seine Biografie.

Der Clown gab seinen festen Job für das Leben als Künstler auf

Der Mann, der in einem Vorort von Antwerpen aufwuchs, war schon 26 und Bauingenieur, als er seinen festen Job für das unsichere Leben als Künstler kündigte. „Ich wollte die Welt sehen und habe mich für die Freiheit entschieden,“, sagt Barto, dessen Vorbilder Buster Keaton und Charlie Chaplin sind. 

Sein Handwerk hat Barto in einer berühmten Pariser Schauspielschule gelernt

Während Barto sich einen Gummihandschuh über das Gesicht zieht, wartet das Publikum gespannt darauf, dass er platzt.

Er besuchte die Schauspielschule des berühmten Pariser Pantomimen Jacques Lecoq und brachte sich Jonglieren sowie andere Artistik-Disziplinen bei. Das probierte er dann auf der Straße aus: „Für mich was das die beste Schule. Im Zirkus bezahlen die Leute für dich Eintritt und klatschen schon vor der Show. Aber auf der Straße musst du dir ihre Aufmerksamkeit erst verdienen. Du musst ihnen etwas geben, damit sie stehen bleiben.“

Schon bald trat Barto auch auf großen Festivals auf. In Kanada lernte er seine spätere Frau Martine kennen, ebenfalls eine Artistin. Das Paar zog nach Japan, um von dort von Auftritt zu Auftritt zu reisen. Heute leben sie wieder in Belgien. Martine und zwei ihrer drei Kinder besuchten den Papa über Weihnachten in Kassel.

Barto: "Es macht mich glücklich, wenn ich die Zuschauer lachen sehe"

Viel gesehen von der Stadt hat Barto noch nicht – obwohl er sein Fahrrad mitgebracht hat. Seine Entscheidung für die Freiheit und Unsicherheit des Künstlerlebens hat er noch nicht einmal bereut, wie er sagt: „Es macht mich glücklich, wenn ich die Zuschauer lachen sehe.“ 

Selbst wenn es ihm dabei wehtut. Gegen die Schmerzen macht Barto viel Yoga. Trotzdem nimmt er sie mit Humor: „Problematisch ist, wenn du Schmerzen immer an derselben Stelle deines Körpers hast. Meine Schmerzen wandern jeden Tag woanders hin.“ 

Barto ist nicht der einzige Schlangenmensch beim diesjährigen Festival der Artisten im Zirkus Flic Flac auf dem Kasseler Friedrichsplatz: Auch Schlangenmensch Khatib Khamis Juma aus Sansibar sorgt im Zirkuszelt für Graus und pure Faszination gleichzeitig.

Info: Flic Flac gastiert bis zum 12. Januar auf dem Friedrichsplatz. Tickets: HNA-Kartenservice.de, Tel. 0561/203204.

Diese Artisten eroberten die Herzen des Publikums.

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