Anwohner monieren ein hässliches Erscheinungsbild ihrer Straßen

Südstadt: Ärger über Flickenteppich als Trottoir

Heckerstraße: Der Ortsbeirat moniert eine uneinheitliche Asphaltdecke auf dem Bürgersteig nach Leitungsarbeiten.

Südstadt. Die Optik stört viele: In der Südstadt, im attraktiven Wohnviertel an der Aue, mutet das Erscheinungsbild der Straßen Heckerstraße, Landaustraße, Milchlingstraße und Julienstraße zusammengewürfelt an.

Während in der Heckerstraße aufwendig gearbeitete, an historische Vorbilder erinnernde Laternen die Straße beleuchten, sind nur einen Steinwurf davon entfernt, in der Milchlingstraße, Lampen mit grauen Kappen aufgestellt worden. Sie erinnern in ihrer strengen Funktionalität eher an ein Industriegebiet.

„Das sieht unmöglich aus“, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Roland Schäfer (Grüne). „Wieso kann man nicht für eine einheitliche Laternenform sorgen?“ Das fragen auch die übrigen Ortsbeiratsmitglieder. Ein weiteres Ärgernis für die Stadtteilparlamentarier ist an dieser Stelle der Zustand der Bürgersteige nach den Leitungsarbeiten der Städtischen Werke.

Historisierend: An ausgewählten Stellen wurden die einer alten Laterne nachempfundenen Leuchten angebracht.

Die hatten nur Teile der Asphaltdecke aufgeschnitten, um in die Erde zu gelangen. Die wiederhergestellte Decke der Bürgersteige mit ihren Nahtstellen und unterschiedlichen Materialien erinnert eher an einen Flickenteppich als an einen gepflegten Bürgersteig mit glatter Oberfläche. Es dürfe nicht angehen, dass durch laufende Baumaßnahmen der Stadtteil so verschandelt wird, sagt Schäfer.

„Die alten Lampen mussten ersetzt werden, weil sie nicht mehr verkehrssicher waren“, sagt Uwe Bischoff vom Straßenverkehrsamt. Zusammen mit den Städtischen Werken sei man übereingekommen, Energiesparmodelle nach neuestem Standard anzubringen. Dabei handelt es sich um die „Trapezleuchten“ mit grauen Kappen. Sie verbrauchen künftig 20 Prozent weniger Energie, sagt Bischoff.

Insgesamt wurden in dem Quartier 17 Trapezleuchten installiert. Fünf weitere neue Laternen haben einen Lampenkörper, der einer alten Gaslaterne nachgebildet ist. Die seien aus optischen Gründen in der Heckerstraße angebracht worden, wo sich „alte, wertvolle Bebauung“ befinde. Allerdings seien diese Lampen teurer in der Anschaffung, weshalb sie nicht in großer Zahl angeschafft wurden. Die Trapezlampe kostet pro Stück 340 Euro, die historisierende 600 Euro. Hinzu komme, dass man von der effektiveren Trapezleuchte weniger benötige.

Auch die Kritik an den Bürgersteigen lässt Bischoff nicht gelten. Die Gehwege seien „technisch in Ordnung“. Mit der Zeit werde der Asphalt wieder Patina annehmen. Maßnahmen wie das Entfernen und Wiederherstellen einer durchgehenden Decke bedeuteten einen „zu hohen finanziellen Aufwand“. (chr)

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