Fliegende Köche auf Tour: Imbiss brutzelt mit Sonnen-Energie

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Die Energie kommt vom Dach: Die Küche des Imbisswagens, der Teil der Erneuerbare-Energien-Kampagne „Keine halben Sachen“ des cdw-Sitftungsverbands ist, wird mit Solarenergie betrieben.

Die Fliegenden Köche unterwegs: Event-Gastronom Christoph Brand und sein Team haben nun auch einen Imbisswagen, mit dem sie durch die Region touren. Gebrutzelt, frittiert und gegart wird mit der Kraft der Sonne.

Auf dem Dach hat der mobile Imbiss eine kleine Photovoltaik-Anlage. Der „Solar Food Truck“ der Kasseler Köche ist deutschlandweit bisher einzigartig.

In Kassel war er unter anderem schon beim Street-Food-Festival an der Stadthalle und beim documenta-Fest auf dem Friedrichsplatz im Einsatz. Auch beim Zissel (30. Juli bis 3. August) werden sich die Besucher am Solarimbiss stärken können. Wenn Brand und Kollegen mit ihrem Essens-Lkw anrollen, sind sie in einer halben Stunde startklar – ganz ohne Kabelsalat und Steckdosensuche. Auch die Angst vor rausgeflogenen Sicherungen lässt die Sonnenköche kalt.

Nur bei Einbruch der Dunkelheit oder bei extremer Bewölkung müssen sie umschalten auf Gasbetrieb. Unter dem Fahrzeug ist ein 300-Liter-Gastank, der die Unabhängigkeit vom Stromnetz sicherstellt. „Tagsüber waren wir bisher aber immer autark“, betont Marc Schöne von der Kasseler Werbeagentur „Sxces Communication“. Er ist zusammen mit Brand unter der Marke „Kochen unplugged“ Betreiber des Imbisswagens. Wie viel er gekostet hat, wollen sie nicht verraten.

Das Projekt ist Teil der Kampagne „Kein halben Sachen“, mit der der cdw-Stiftungsverbund in Nordhessen für die Energiewende wirbt. Mit dem Imbisswagen soll das Thema Erneuerbare Energien noch mehr Menschen schmackhaft gemacht werden. „Über leckeres Essen können wir viele Menschen erreichen und mit ihnen ins Gespräch über Nachhaltigkeit kommen“, sagt Schöne, der mit seiner Firma die Kampagne für den cdw ausgearbeitet hat. Neben der Theke des Imbisswagens ist ein SMA-Wechselrichter angebracht, der den Solarstrom vom Dach in haushaltsüblichen Wechselstrom verwandelt. Auf einer Anzeige darüber können die Gäste ablesen, wieviel Kilowattstunden der Sonne gerade abgewonnen werden. Insgesamt zwölf Quadratmeter Fläche auf dem Wagendach und zwei ausklappbaren Vordächern sind mit Solarmodulen bestückt. Die Strommenge, die mit der Anlage erzeugt werden kann, beträgt nach Angaben der Betreiber rund 2000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Das entspricht in etwa dem Halbjahres-Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie – allerdings nicht allein für die Küche.

Nicht nur der solarbetriebene Food Truck ist eine gute Idee. Die Imbissküche hat Christoph Brand auch schon zu einer neuen Kreation inspiriert: Der Ahle-Wurscht-Burger war sofort ein Renner. Noch ist der Essens-Truck nur in der Region unterwegs. Anfragen gibt es aber bereits aus ganz Deutschland. Vielleicht macht er sogar die nordhessische Spezialität noch zum Exportschlager.

DIE KAMPAGNE

Der cdw-Stiftungsverbund ist ein Zusammenschluss der Stiftungen der drei SMA-Gründer Günter Cramer, Peter Drews, und Reiner Wettlaufer. Der Stiftungsverbund will die Energiewende in Nordhessen voranzutreiben, bis der komplette Stromverbrauch der Region aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Dazu wurde die Kampagne „Keine halbe Sachen“ ins Leben gerufen. Der cdw investiert rund eine Million Euro in die Kampagne. Ein Projekt davon ist der Solar Food Truck . Derzeit betragt der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in der Region laut cdw 37 Prozent.

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