Auf eine Tasse Kaffee mit Klaus Peter Haupt,

Physiklehrer aus Kassel fliegt mit der Nasa zu den Sternen

Rastloser Forscher: Klaus Peter Haupt (63) freut sich auf seine anstehende Reise nach Kalifornien. Foto: Hein

Kassel. Der Countdown läuft, die Spannung steigt – sogar bei Klaus Peter Haupt, der in der Regel durch nichts aus der Ruhe zu bringen ist.

Am 15. und 16. November wird der Physiklehrer aus Kassel vom Kontrollzentrum der Nasa im kalifornischen Pasadena aus zu den Sternen fliegen.

Der Gründer des Schülerforschungszentrums Nordhessen (SFN) gehört zu den weltweit Ausgewählten, die an der Exkursion des fliegenden Teleskops „Sofia“ teilnehmen.

Was sich hinter der Abkürzung für „Stratosphärenobservatorium für Infrarot-Astronomie“ verbirgt, erklärt Haupt mit leuchtenden Augen: In einer umgebauten Boeing 747 fliegt das Team in die Stratosphäre (in 15 Kilometern Höhe), um mit Spezialfernrohren (von 2,70 Metern Durchmesser) Himmelskörper zu beobachten. „Das ist praktisch eine fliegende Sternwarte.“ Beobachtet werden Orion-Nebel, Andromeda-Galaxien, Molekülwolken und mehr. „Fast der gesamte Wasserdampf der Erde liegt dann unter uns und wir können ungehindert die Wärmestrahlen messen. „Unsichtbares wird sichtbar.“ Das Innenleben des fliegenden Labors dürfe man sich durchaus vorstellen wie die Kommandobrücke von Raumschiff Enterprise: Jeder sitze an seiner Konsole und arbeite über den Messwerten.

Für die Mission beworben hatte sich Haupt beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Kooperationspartner von Sofia. Es sei das erst Mal, dass er die Nasa besuche und: Nein, es sei nie sein Traum gewesen, als Astronaut in All zu fliegen. „Ich bin von Technik fasziniert, aber ich wollte immer nur eines, Naturwissenschaftler werden.“

Das bedeutet aber nicht, dass es der alleinstehende 63-Jährige bequem liebt. Haupt ist ein Abenteurer. Jahrelang hat er seinem Hobby, der Höhlenkletterei, gefrönt. Jetzt leistet er sich regelmäßig Teilnahmen an „ungewöhnlichen“ Forschungsprojekten, die keineswegs ungefährlicher sind: Klaus Peter Haupt war schon in fünf Kilometern Tiefe im legendären kanadischen Snolab, dem tiefsten Labor der Erde, ebenso wie in 2400 Metern Höhe im La-Silla-Observatorium in der chilenischen Atacama-Wüste.

Auch wenn Haupt aus persönlichem Wissensdrang unterwegs ist, so hat er doch stets seine Arbeit in Kassel im Hinterkopf: „Ich erhoffe mir natürlich Anregungen für unsere Arbeit im SFN.“ Nebenbei halte er es für wichtig „auch als Lehrer authentische aktuelle Forschung zu erleben“.

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