15 000 Besucher kamen zur Oldtimermesse Technorama in die Messehallen

Flitzer, die schwach machen

Blickfang: Egon Söder (links) und Bernhard Evers vor einer Yamaha mit Beiwagen.

Kassel. Eduard Jacob steht staunend vor einem unscheinbaren Moped mit karierter Packtasche. „Kaum zu glauben, dass es das noch gibt“, sagt der 50-Jährige aus Reichensachsen über die NSU Quickly, Baujahr 1953. „Das ist eine der ersten aus der Produktion und das älteste Moped, das hier steht.“

Das will was heißen. Denn bei Hessens größtem Oldtimer- und Teilemarkt in den Kasseler Messehallen waren am Wochenende jede Menge alter Schätze auf zwei und vier Rädern zu bewundern - von der Vespa bis zur schweren Harley-Davidson, von der Isetta bis zum luxuriösen Jaguar. Die Klassiker zogen vor allem Männer in Scharen in die Messehallen. Veranstalter Jens Güttinger meldete gestern Abend kurz vor Toreschluss 15 000 Besucher.

Bereits zum Auftakt der Technorama, an der sich 400 private und kommerzielle Aussteller beteiligten, war kaum noch ein Parkplatz rund um das Messegelände zu bekommen. Uwe Brockmann (49) und Wolfgang Sasse (59) waren am ersten Messetag aus Minden in Westfalen angereist, um nach Ersatzteilen Ausschau zu halten. „Der Markt ist ein bisschen dünn“, sagt Yamaha-Fan Sasse. Zu Hause in seiner Garage stehen zehn Motorräder aus den 70er-Jahren.

Ralf Schmidt hat noch keine Technorama versäumt. „Ich bin Oldtimer-Fan“, sagt der selbstständige Handelsvertreter. „Heute sind die Autos doch alle gleich.“ Die alten hätten noch Charakter, die schwere Lenkung und die Federung sorgten für ein besonderes Fahrvergnügen. Oldtimer seien auch „eine gewisse Wertanlage“. Der 46-Jährige weiß alles über den Austin Healy 3000, Baujahr 1963, der an die Agentenfilme jener Zeit erinnert. Geschätzter Wert: 50 000 Euro. „Ich habe auch so einen gefahren“, sagt der Niestetaler über den schicken Flitzer. „Man sitzt fast auf der Straße.“ Nun hat er einen Porsche Targa, Baujahr 1972.

Harald Heins Herz schlägt für alte Nutzfahrzeuge. Der Korbacher besitzt einen Unimog von 1968 und ist auf der Suche nach Ersatzteilen. „Wenn man alte Fahrzeuge hat, muss man die Augen offen halten“, sagt der 53-Jährige. Auf der Technorama ist er fündig geworden.

Bernhard Evers aus Helsa-Wickenrode ebenfalls. Der Motorrad-Freak, wie er sich selbst nennt, fährt eine Victoria Bergmeister und eine Horex Regina von 1952, für die er ein neues Rücklicht brauchte. 30 Euro hat er dafür hingelegt. „Billig war’s nicht“, sagt er. Aber günstig im Vergleich zu den Original-Rücklichtern für einen Mercedes 111: Teilehändler Tobias Schneider will 900 Euro für einen Satz haben.

Mehr Fotos und ein Video von der Technorama können Sie unter www.hna.de/foto und www.hna.de/video sehen.

Von Ellen Schwaab

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