Bei bundesweiter Bewertung schneidet Uni-Präsident gut und Ministerin miserabel ab

Uni-Präsident: Gut - Ministerin: Miserabel

Rolf-Dieter Postlep und Eva Kühne-Hörmann

Kassel. Bei einem bundesweiten Ranking des Deutschen Hochschulverbands (DHV) hat Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep als bester Rektor in Hessen abgeschnitten. Die CDU-Politikerin Eva Kühne-Hörmann hingegen hat bei der Abstimmung der deutschen Wissenschaftsminister die rote Laterne.

Einzelnoten für Eigenschaften

Jetzt liegen der HNA auch die Einzelbewertungen für die beiden Kasseler vor. An der Abstimmung, zu der alle 27 500 Mitglieder des Verbands aufgerufen waren, beteiligten sich mehr als 2200 Hochschullehrer (Ministerranking), beim Rektorenranking waren es 2750 (wir berichteten). Mit Hilfe von Schulnoten bewerteten sie die Fähigkeiten und Eigenschaften des Rektoren ihrer Hochschule bzw. des Ministers ihres Bundeslandes.

Eva Kühne-Hörmann

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Eva Kühne-Hörmann

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Eva-Kühne Hörmann bekam dabei als Gesamtnote eine 4,3, und damit deutlich unter dem „Klassendurchschnitt“ der Wissenschaftsminister (3,6). Seit ihrem Amtsantritt 2009 ist die Kasseler Ministerin auf der Rangliste jedes Jahr weiter nach unten gerutscht. In diesem und im vorigen Jahr belegte sie den letzten Platz.

Nach guten Bewertungen sucht man in ihrem DHV-Zeugnis vergeblich. Eine ihrer relativ gesehen besten Noten neben Identifikation mit der Aufgabe (3,78) bekommt die 50-Jährige für ihren Mut zu Entscheidungen, eine 3,92. In der Kasseler CDU, deren Vorsitzende Kühne-Hörmann, ist diese Eigenschaft nicht unumstritten. Nach der Kommunalwahl 2011 hatten ihr Kritiker einen autoritären Führungsstil vorgeworfen.

Besonders schlecht schneidet Kühne-Hörmann ab in den Eigenschaften visionäre Kraft (4,77) und Charisma (4,83). Selbst ihr politisches Renommee bewerten die abstimmenden Professoren nur mit einer 4,51.

In Kühne-Hörmanns Ministerium in Wiesbaden sagte ein Sprecher, man nehme das Ranking zur Kenntnis. Angesichts der geringen Beteiligung an der Abstimmung – für Kühne-Hörmann hatten 145 DHV-Mitglieder von hessischen Unis Bewertungen abgegeben – sei das Ergebnis aber „nicht mal ein Stimmungsbild“.

Dem Vorwurf, die Studie habe keine Aussagekraft, widerspricht einer der Autoren, Prof. Georg Rudinger vom Zentrum für Evaluation und Methoden (Bonn). Man habe jeweils eine Mindestzahl an Bewertungen definiert, ab der „die Aussage unter statistischen Gesichtspunkten belastbar“ sei. Beim Ministerranking mussten dafür mindestens 50 Urteile vorliegen.

Rolf-Dieter Postlep

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Rolf-Dieter Postlep

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Ein überdurchschnittliches Zeugnis mit der Gesamtnote 2,15 bekam Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep vom DHV (Bundesdurchschnitt: 2,75). Eine Eins vorm Komma erhielt der 66-Jährige in den Einzelnoten für Kenntnis des Universitätsbetriebs, gute Kontakte zur Politik und soziale Kompetenz. Er freue sich über sein gutes persönliches Abschneiden, sagte Postlep, sehe es aber als „Spiegelbild der erfreulichen Entwicklung unserer Hochschule und der guten Zusammenarbeit in der Hochschulleitung“.

Die in seiner Bewertung schlechteste Note – von der die meisten Wissenschaftsminister nur träumen können – war für Postlep eine 2,85 für seine wissenschaftliche Reputation. Seit er im Jahr 2000 die Hochschulleitung übernahm, ist der Ökonom nicht mehr in Forschung und Lehre tätig.

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