Ortsvorsteherin: Wir haben hier schon genug Probleme

Flüchtlinge: Nordstadt ruft jetzt um Hilfe

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Kasseler Nordstadt

Kassel. In der Kasseler Nordstadt gibt es massive Bedenken gegen die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft an der Bunsenstraße. Die Stadt will dort auf einem Gelände im Gewerbegebiet am Stadtrand für fünf Jahre Containerbauten aufstellen.

Bis zu 150 Asylbewerber sollen dort ab Juli nächsten Jahres untergebracht werden. Ortsvorsteherin Monika Sprafke befürchtet, dass der Stadtteil, der schon jetzt viele soziale Probleme hat, die zusätzliche Belastung nicht bewältigen kann.

Sie fordert die Stadt auf, alternative Standorte zu prüfen. „Die Menschen können hier nicht richtig aufgefangen werden“, sagt die SPD-Politikerin. „Wir haben doch schon Probleme, wo man hinschaut.“ Die sozialen Anlaufstellen arbeiteten am Rand der Kapazität.

Nord-Holland hat mit 34,6 Prozent den höchsten Ausländeranteil der Stadt. Zuletzt sind viele Menschen aus Südosteuropa zugezogen. Von den 700 Zuwanderern aus Bulgarien innerhalb von zwei Jahren hat sich ein Großteil in der Nordstadt niedergelassen, viele haben eine geringe Bildung und kaum Deutschkenntnisse. Gerade die Schulen in der Nordstadt stellt die Zunahme von Schülern, die kein Deutsch sprechen und unter Umständen noch nie eine Schule besucht haben, vor Probleme.

Die Leiterin der Carl-Anton-Henschel-Schule, Martina Bleckmann, sagt: „Ich wünschte mir, dass ein Stadtteil wie die Nordstadt nicht zusätzlich belastet wird - durch was auch immer.“

Man habe lange gezögert, einen Standort in der Nordstadt für die Unterkunft in Betracht zu ziehen, sagt Rathaussprecher Ingo Happel-Emrich. Es seien „etliche Immobilien“ geprüft worden, die sich aber nicht umsetzen ließen. Um welche es sich handelt, wollte er nicht sagen. Leer stehen zum Beispiel das frühere Finanzamt in der Goethestraße und das ehemalige Polizeipräsidium im Königstor.

Das Grundstück an der Bunsenstraße sei in städtischem Besitz, und es bestehe Baurecht. (rud/chr/bal)

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