Ehemalige Steul-Schule

Flüchtlinge in Schulpavillons: GWG muss noch warten

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Unterstützt das Vorhaben, die Heinrich-Steul-Schule am Forstbachweg im Stadtteil Forstfeld vorübergehend als Flüchtlingsheim für 70 Asylbewerber aus Syrien zu nutzen: Ortsvorsteherin Brigitte Ledderhose (SPD).

Kassel. Aus den geplanten neuen Wohnungen, die von der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) auf dem Areal der ehemaligen Heinrich-Steul-Schule errichtet werden sollen, wird vorerst nichts. Die Stadt will 70 syrische Flüchtlinge in den Schulpavillons unterbringen.

Wie lange die Flüchtlinge dort wohnen sollen, dazu konnte Stadt-Pressesprecher Ingo Happel-Emrich noch keine Angaben machen.

Unterkunftsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu beschaffen, sei derzeit sehr schwierig, sagt Happel-Emrich. Der Kasseler Wohnungsmarkt ist leer gefegt, vor allem viele Studenten suchen nach einer Bleibe. Weil die Stadt mit weiteren Zuweisungen von Flüchtlingen rechnet, müssen Unterkunftsmöglichkeiten geschaffen werden. Am kommenden Montag will der Kasseler Magistrat dazu die entsprechenden Beschlüsse fassen.

Seit 2011 steht die ehemalige Heinrich-Steul-Schule am Forstbachweg im Stadtteil Forstfeld leer. Nur die kleine Sporthalle wird weiterhin regelmäßig genutzt. Das hat die Schulpavillons wohl auch vor Vandalismus-Schäden bewahrt; die Gebäude sind in ordentlichem Zustand.

Schule jetzt in Bettenhausen

Die Agathofschule im benachbarten Bettenhausen war damals wegen sinkender Schülerzahlen dichtgemacht worden, die Heinrich-Steul-Schule wechselte an deren Standort, heißt heute Osterholzschule und ist wie die frühere Steul-Schule ein sonderpädagogisches Förderzentrum.

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Die Stadt hatte den Bürgern im Forstfeld versprochen, die Gebäude der Steul-Schule in ein neues Stadtteilzentrum zu verwandeln, und wollte 420.000 Euro investieren. Doch daraus wurde nichts, weil Kassel den Finanz-Schutzschirm des Landes Hessen in Anspruch genommen hat und dafür einige Investitionen streichen musste. Die Absicht, die ehemalige Schule zu verkaufen, löste im Herbst 2012 harte Kritik im Stadtteil aus.

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Die Pläne eines privaten Investors, auf dem Gelände eine soziale Einrichtung zu schaffen, zerschlugen sich ebenso wie die Idee, die Gebäude künftig als Stadtteiltreffpunkt Forstfeld der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) zu nutzen. Von den insgesamt rund 8700 Wohnungen des größten Vermieters in der Stadt sind 1300 im Stadtteil Forstfeld gelegen.

Nun wird die GWG den Stadtteiltreffpunkt wohl von der bisherigen Randlage an der Steinigkstraße direkt in die Steul-Siedlung mit 453 Wohnungen verlegen. Diese Wohnungen sollen umfassend saniert und modernisiert werden.

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Flüchtlinge aus Syrien in Calden angekommen

Die GWG will auch das Gelände der Steul-Schule kaufen, um dort neue Wohnungen und Reihenhäuser zu bauen. Aus dem Haushaltsplanentwurf 2014 geht hervor, dass die Stadt Kassel 700.000 Euro aus dem Verkauf des Geländes der ehemaligen Schule für Lernhilfe erzielen möchte. Die Schulpavillons sollen dann abgerissen werden.

Von Jörg Steinbach

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