Unterkünfte in Stadt und Kreis werden knapp

Asylbewerber sollen in früherer Kinderklinik unterkommen

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Frühere Kinderklinik Park Schönfeld: Die Stadt möchte das Schwesternhaus der ehemaligen Kinderklinik Park Schönfeld an der Frankfurter Straße für die Unterbringung nutzen.

Kassel. Die Unterkünfte für Asylbewerber in Stadt und Kreis Kassel sind voll. Die Behörden suchen deshalb nach Alternativen. Die Stadt möchte das Schwesternhaus der ehemaligen Kinderklinik Park Schönfeld an der Frankfurter Straße für die Unterbringung nutzen.

„Die Lage ist dramatisch“, sagt Detlev Ruchhöft, Leiter des Kasseler Sozialamts. 

Die ehemalige Kinderklinik gehört der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) und soll verkauft werden. Ob der Anbau an das denkmalgeschützte Hauptgebäude vorübergehend für die Flüchtlinge genutzt werden kann, wird derzeit geprüft. Dabei geht es um die mögliche Dauer der Nutzung und den erforderlichen Aufwand. Ein Ergebnis soll es Anfang Oktober geben. Laut Pressesprecherin Inga Eisel führt die GNH zurzeit auch Verhandlungen mit einem Interessenten für das Gebäude. Im Laufe des Oktobers sollen die Gespräche abgeschlossen werden. „Darüber hinaus ist die documenta im September noch Mieterin der betroffenen Gebäude.“

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Die Zeit drängt. Der Region werden immer mehr Flüchtlinge zugewiesen, weil die Aufnahmeeinrichtungen des Landes ausgelastet sind. Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres kamen 123 Asylbewerber nach Kassel. Im gesamten Jahr 2007 waren es 35. In der seit vielen Jahren genutzten Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Jäger-Kaserne an der Ludwig-Mond-Straße können 125 bis 135 Menschen aufgenommen werden.

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Stadt und Kreis suchen nach Alternativen zur Unterbringung der Asylbewerber

Im Kreis ist die Entwicklung ähnlich. 2008 wurden dort 352 Asylbewerber gezählt (Stand: 31. August), in diesem Jahr sind es 371, darunter 115 Neuzuweisungen. Weitere 150 sollen 2012 noch kommen. Flüchtlinge aus Syrien und anderen arabischen Ländern seien noch nicht dabei, sagt Kreisssprecher Harald Kühlborn. „Die Zahl wird um einiges steigen.“ Der Kreis führe derzeit Gespräche mit Bürgermeistern und Wohnungsbaugesellschaften, um Wohnungen zu akquirieren.

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