Luftschiff Graf Zeppelin landete in Kassel

Flughafen Waldau: Der erste Passagier kam aus Frankfurt

Nach dem Tanken ging es weiter: Die Lufthansa flog ab 1926 den Kasseler Flugplatz in Waldau mit Linienmaschinen an. Auf dem Gelände entstand später ein Industriegebiet. Foto: Stadtmuseum / nh

Kassel. Vor 87 Jahren gab es in Kassel Grund zum Feiern. Am 8. April 1926 wurde der Flugplatz in Waldau in das Liniennetz der Deutschen Lufthansa aufgenommen. Die erste Maschine, eine viersitzige Fokker D 784, kam kurz nach 10.30 Uhr aus Halle, flog dann weiter nach Dortmund.

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Passagiere waren nicht an Bord, aber Post. Um 11.30 Uhr kam eine Junkers F 13 aus Frankfurt angeschwebt. Für den ersten Passagier gab es einen großen Bahnhof. Er wurde von Stadtrat Gustav Henkel, dem Vorsitzenden der städtischen Verkehrskommission, zusammen mit mehreren Stadtverordneten und Journalisten begrüßt. Später kamen weitere Verbindungen ins In- und Ausland hinzu. Erst zwei Jahre zuvor war der Flughafen eröffnet worden.

Bis dahin hatten die Flugpioniere das Gelände auf dem Kasseler Forst genutzt. Das Jahr 1910, in dem ein Flugtag auf dem Forstgelände belegt ist, gilt als Geburtsstunde der Fliegerei in Kassel. Die Linienflüge der Lufthansa nach Waldau waren übrigens nur eine Episode.

Riesenandrang bei der Landung des Zeppelins: Im September 1930 lockte das Ereignis 100 000 Menschen nach Waldau.

Nach ziemlich genau vier Jahren war Schluss damit. Ohne den städtischen Zuschuss in Höhe von jährlich 231.000 Mark lohnte sich das Angebot für die Fluggesellschaft nicht. Als die Stadt 1930 nicht mehr bereit war, diesen Zuschuss zu zahlen, wurde der Linienverkehr eingestellt.

Einer der Höhepunkte des Flughafenbetriebs war der 3. September 1930. Damals kamen 100.000 Besucher auf das Gelände. Sie alle wollten sehen, wie das riesige Luftschiff Graf Zeppelin in Kassel landete.

Im Zweiten Weltkrieg war das Flughafengelände wiederholt Ziel alliierter Bombenangriffe.

Am Donnerstag, 4. April, wird der neue Flughafen Kassel-Calden eröffnet. Bis dahin erinnern wir in einer Serie an Flugpioniere und die Vorläufer des heutigen Flugbetriebes vom Kasseler Forst über Waldau bis Calden. In der nächsten Folge geht es um den Kunstflieger und Firmeninhaber Antonius Raab.

Von Thomas Siemon

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