5000 Syrer landen in Calden

Alle drei Wochen ein Flug: Flüchtlinge kommen in Gruppen

Calden/Friedland. "Die Hannoveraner sind nicht glücklich darüber", sagt Helmut Heidemann, Geschäftsführer der Hamburger Fluggesellschaft Nordavia. Er meint damit die Entscheidung, die Kriegsflüchtlinge aus Syrien künftig über Calden einzufliegen.

Doch die Vorteile lägen auf der Hand: Die Anreise für die Syrer sei kürzer, die Fahrt ins Grenzdurchgangslager Friedland günstiger. Und es profitierten auch lokale Unternehmen beispielsweise werden die Flüchtlinge per Bus nach Friedland gebracht.

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Helmut Heidemann begleitet den Flughafen seit Jahren, hat aberauch geschäftliche Interessen: Nordavia beteilige sich an den Ausschreibungen für die weiteren Flüchtlingsflüge.

"Die Auswahl von Kassel-Calden als Zielflughafen für den dritten Charterflug hat rein organisatorische Gründe", hieß es am Freitag aus dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Zu weiteren Flügen nach Calden könne man nichts sagen, weil die Planungen noch liefen.

Dem Flughafen Calden bringen neue Flugbewegungen Geld. Um welche Beträge es geht, war am Freitag nicht zu ermitteln. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist das Bundesinnenministerium zuständig.

Egal ob Calden oder Hannover den Flughafenwechsel sieht man im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen gelassen. Dort werden die Flüchtlinge auf das weitere Leben in Deutschland vorbereitet. "Für uns ist das keine große Veränderung", sagt Leiter Heinrich Hörnschemeyer.

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Er gehe bei künftigen Flüchtlingskontingenten von einer Größenordnung von 150 Personen aus. Das sei mit dem BAMF abgesprochen, weil die Kapazität in Friedland begrenzt sei. 500 Spätaussiedler und Asylbewerber leben dort zurzeit.

Die Syrer werden jeweils 14 Tage im Lager bleiben. Nach ihrer Abreise würden die Vorbereitungen für das nächste Kontingent beginnen. Unter dem Strich kann so alle drei Wochen eine neue Gruppe Flüchtlinge aufgenommen werden. Die Ankunft der nächsten Flüchtlinge sei vermutlich am 12. November.

Die Syrer seien zudem medizinisch bereits versorgt. Sie müssen also nicht in die Krankenhäuser der Region. Zudem komme in Friedland ein Arzt ins Lager.

Sollten doch mehr Syrer gleichzeitig in Friedland ankommen, als mit dem BAMF vereinbart, werde man auch Menschen in Bramsche bei Osnabrück unterbringen. (gör)

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