Linke, Grüne und Piraten im Stadtparlament unterlagen mit dem Versuch, das Regionalflughafen-Projekt noch zu stoppen

Gegner scheitern mit Baustopp-Antrag für Flughafen Calden

Hochbetrieb auf dem Flughafen-Gelände: Im Frühjahr 2013 sollen die ersten Maschinen von Kassel-Calden aus starten. Archivfoto: Koch

Kassel. Die Gegner des Flughafens Kassel-Calden unternehmen weiter den Versuch, das Bauvorhaben doch noch zu stoppen. Ein entsprechender Antrag der Linksfraktion in der Stadtverordnetensitzung allerdings wurde jetzt mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP abgelehnt.

Für die Linken hatte Kai Boeddinghaus argumentiert, ein „Abbruch im Wortsinne“ komme die Allgemeinheit immer noch günstiger, als langfristig für eine „tiefrote Bilanz“ des Flughafens einstehen zu müssen. Zwar sei der städtische Finanzierungsanteil gedeckelt, doch gebe es keine Vertragszusage vom Land Hessen, bei künftigen Kostensteigerungen und Defiziten einzuspringen. Solche Aufwendungen müssten laut Boeddinghaus dann bankfinanziert werden, die Kosten dafür würden sich im Etat der Stadt als Gesellschafterin niederschlagen.

Auch die Grünen glauben laut Karin Müller, dass der Flughafen „kein Erfolg, sondern ein Millionengrab“ werde. Die bisher öffentlich geschilderten Wirtschaftsperspektiven seien „Märchenerzählungen“.

Wissenswertes zum Flughafen im Regiowiki

Kritik zogen sich die Unterstützer des Antrags von den großen Fraktionen zu. Wolfgang Decker (SPD) nannte das Baustopp-Ansinnen „irrwitzig“. Das Gewerbeansiedlungs-Interesse in Calden spreche „jetzt schon für den Schub, den dieser Flughafen auslösen wird“. SPD-Fraktionsmitglied Dr. Bernd Hoppe indessen teilte diese Position offenbar nicht. Er stimmte für den Antrag der Linken – wie zuvor bereits beim Thema Rüstungsindustrie gegen den Standpunkt der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion.

Fotos: Der Flughafen wächst und wächst

Kassel-Calden: Der Flughafen wächst und wächst

Dominique Kalb (CDU) nannte die Haltung der Antragsteller „entwicklungs- und chancenfeindlich“. Er wies darauf hin, dass auf der Basis geschlossener Verträge gebaut werde. Der Flughafen sei ein Element der Infrastruktur, wie etwa bei der Regiotram stünden Gewinne aus dem laufenden Betrieb nicht im Vordergrund. (asz)

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