HNA-Gespräch über Kassel-Calden

Neue Flughafen-Chefin Muller: "Kein Platz für Billigflieger"

Kassel. Seit zwei Tagen arbeitet sie in ihrem neuen Job, und jeder will nur eines von ihr wissen: Wer fliegt ab Calden künftig wohin? Für eine Antwort sei es noch zu früh, sagt die neue Flughafen-Chefin Maria Anna Muller im HNA-Gespräch: „Ich gebe nur das bekannt, was auch wirklich eingetütet ist.“

Lautet also die Nachricht, dass es nichts Neues gibt aus Calden? So sei es wiederum auch nicht, sagt Maria Anna Muller. Die Musik spiele zurzeit hinter den Kulissen, Vertraulichkeit ist angesagt. Muller: „Ich habe in dieser Wochen Termine bei mehreren Airlines, und die wollen nichts über interne Gespräche in der Zeitung lesen.“

Die Zeit drängt, bei der Vermarktung des Flughafens ist „Druck auf dem Kessel“, wie es die Flughafenchefin formuliert. Sicher sei, dass man den Eröffnungstermin am 4. April einhalten werde - das könne allenfalls ein Erdbeben in Kassel verhindern. Und sicher sei auch, dass man zur Eröffnung Flugzeuge am Flughafen habe, die auch Reiseziele ansteuern werden.

Wahrscheinlich ist, dass das erste Jahr nach Flughafeneröffnung „noch holprig wird“. „Die ganze Sache muss sich erst entwickeln“, sagt Muller. Schnellschüsse würden da nicht helfen. „Hauptsache stabil und nachhaltig“ - so soll ihre Marschrichtung für Kassel-Calden aussehen.

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Dazu passt es, dass Maria Anna Muller keine Billigflieger am Platz will, die zwar Passagierzahlen produzieren, aber nichts oder nur wenig zahlen wollen. Wer Landen und Starten will in Kassel-Calden, muss auch die Geldbörse zücken. 15 Euro pro Passagier - das ist ungefähr die Marge, die man wenigstens brauche. Als Geschäftsführerin müsse sie eben dafür sorgen, dass der Flughafen Geld verdient. Dazu gehört auch, dass Muller eigentlich gerne Gebühren für die Parkplätze am neuen Flughafen nehmen möchte. Aber womöglich lasse sie sich noch davon überzeugen, dass das angesichts der Konkurrenz in Paderborn doch keine gute Idee ist, räumt die Flughafenchefin ein.

Fotos: Blick auf den Flughafen Kassel-Calden

Aus der Luft: Blick auf den Flughafen Kassel-Calden

Auch Personal kostet. Und da stört es Maria Anna Müller, dass irgendwann jemand die Zahl von 182 Mitarbeitern ins Spiel gebracht habe, die es in Calden geben werde. „Wir stellen so viele Arbeitskräfte ein, wie wir brauchen“, lautet dagegen ihre Formel. Und das könnten auch weniger sein.

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Von Frank Thonicke

Interview mit Anna Maria Muller auf Radio HNA

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