Maschine war fast ausgebucht und ist sicher gelandet

Erster Flieger nach Ägypten: Mulmiges Gefühl am Kassel Airport

HNA/Hoffmann

Calden. Erster Flug vom Kassel Airport nach Hurghada (Ägypten): Bedrückende Ruhe herrschte wegen der Germanwings-Katastrophe. 200 Passagiere stiegen in einen Airbus 321.

Obwohl der Terminal so gut gefüllt ist wie selten, herrscht am Mittwochabend doch eine bedrückende Ruhe am Kassel Airport. Auch hier, wenige Stunden vor Abflug des ersten Fliegers gen Hurghada, scheint die schreckliche Germanwings-Katastrophe vom Vortag allgegenwärtig. Der Airbus 321 der Berliner Fluggesellschaft Germania, der draußen auf dem Rollfeld auf die knapp 200 Passagiere wartet, gehört zur gleichen Baureihe wie die am Dienstag in Frankreich verunglückte Maschine, was die Vorfreude auf fantastische Wassersportmöglichkeiten für Taucher, Windsurfer und Segler sowie weiße Sandstrände im ägyptischen Urlaubsparadies am Roten Meer für den ein oder anderen doch ein wenig trübt.

Dass die Flughafenleitung in dieser besonderen Situation die Befragung von Passagieren zum Unglück nicht gern hören will, das ist verständlich. Fragen muss man aber gar nicht, viele der Urlauber haben ganz offensichtlich das Bedürfnis, über ihre Gefühle zu sprechen.

„Mir ist schon ein wenig mulmig“, sagt Daniela Utsch. Die Caldenerin, die mit ihrer achtjährigen Tochter Alisha nicht zum ersten Mal nach Hurghada reist, sieht dennoch keinen Grund, künftig Flugreisen zu meiden. „Das Flugzeug ist noch immer das sicherste Verkehrsmittel überhaupt, da darf man sich nicht verrückt machen lassen.“ Für sie dominiere vielmehr die Freude über eine Woche Schnorchelurlaub, und das bei einer für sie so unkomplizierten Anreise wie noch nie. „Das letzte Mal sind wir von Düsseldorf abgeflogen, heute liegt das Sonnenparadies quasi direkt vor der Haustüre.“

Einen ganz anderen Vorteil sieht Solveig Bültmann aus Osnabrück, die immerhin eine gut zweistündige Anreise zum Kassel Airport in Kauf genommen hat. „Von hier war die Reise einfach schlappe 330 Euro billiger“, sagt sie und ist voller Lobes über den „kleinen, kuscheligen Flughafen“ und die kostenfreien Parkplätze. Am meisten freue sie sich nun aber auf eine Woche Entspannung bei über 30 Grad, Tochter Greta kann es gar nicht abwarten, endlich den schicken Hotelpool zu erobern.

So geht es auch Josephine Mack aus Wildeck im Kreis Hersfeld-Rotenburg. Die junge Frau, die in Kassel studiert, will „einfach nur ankommen“. Sie habe nach dem Flugzeugunglück große Angst, glücklicherweise mit Sebastian Fieser, Mirko Bachmann und Andreas Mack aber Reisebegleiter, die beruhigend auf sie einwirken. Nach rund vier stunden Flugzeit ist dann auch sie beruhigt, denn alles ist gut gegangen.

Kurz nach Mitternacht landet der laut Airport-Pressesprecherin Natascha Zemmin „nahezu ausgebuchte“ Germania-Airbus sicher in Hurghada, und hier zählt jetzt nur noch eins: eine Woche Sommer, Strand und jede Menge Sonne.

Erstflug vom Kassel Airport nach Ägypten

Hintergrund

Der beliebte ägyptische Badeort steht ab sofort einmal pro Woche auf dem Flugplan. Neben Hurghada startet die Berliner Fluggesellschaft Germania ab Kassel-Calden außerdem in Richtung Antalya, Kreta und Palma de Malorca, ab Oktober auch nach Enfidha in Tunesien. Info: www.flygermania.de

Von Sascha Hoffmann

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