Ex-Landrat glaubt an Erfolg von Kassel-Calden

Ex-Landrat Udo Schlitzberger: „Flughafen an A44 anbinden“

Udo Schlitzberger

Calden. Der Flughafen Kassel-Calden soll noch einmal bei „null anfangen – vor allem im Marketing“. Das sagt der frühere Landrat des Landkreises Kassel, Dr. Udo Schlitzberger, in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Winter müsse dazu genutzt werden, einen verlässlichen und stabilen Flugplan auf die Beine zu stellen. „Weniger ist manchmal mehr“, sagt Schlitzberger. Es sei besser, zunächst wenige, aber kontinuierliche Flüge anzubieten, als ein Angebot zu machen, dass sich nicht durchhalten lasse.

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Schlitzberger erinnert angesichts der aktuellen Diskussion über den Flughafen daran, dass von Anfang an niemand damit gerechnet habe, dass der Airport für sich genommen von Beginn an schwarze Zahlen schreiben würde. „Wir haben den Flughafen nicht nur unter touristischen, sondern vor allem auch unter struktur- und wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten betrachtet und gebaut“, erklärt Schlitzberger unter Hinweis auf die laufende Umwidmung des alten Airports zu einem großen Gewerbegebiet.

Dort, so die Hoffnung der Befürworter, könnten einmal im Zusammenspiel mit dem neuen Flughafen in unmittelbarer Nähe zahlreiche neue Jobs entstehen.

Der 67-Jährige war bis Mitte 2009 Landrat und sitzt derzeit im Beirat der Betreibergesellschaft. Die wird vom Land (68 Prozent), Stadt und Kreis Kassel (je 13 Prozent) und der Gemeinde Calden (sechs Prozent) getragen. Er glaube in der volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung nach wie vor an den langfristigen Erfolg des neuen Flughafens. „Aber das braucht einen verdammt langen Atem und gute Nerven“, sagte Schlitzberger. Gleichwohl bezeichnet Schlitzberger die aktuelle Lage des Airports als „Riesenproblem“, insbesondere wegen des Vertrauensverlustes bei Reisebüros und Passagieren, die wegen mangelnder Nachfrage wiederholt auf andere Airports umgebucht werden mussten.

Gleichzeitig fordert Schlitzberger eine rasche Straßenanbindung des Flughafens, aber nicht an die A7, sondern über die B7 und die L3080 unter Umgehung von Oberlistingen und Breuna an die A 44. Hierzu müssten die B7 und die L 3080 ertüchtigt werden. Die Anbindung an die A7 ist seiner Einschätzung nach politisch nicht durchsetzbar.

Von José Pinto

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