Fluggefühl wie im echten Storch

Einmal Fieseler Storch fliegen: Simulator am Airport macht es möglich

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Blick aus dem originalgetreu nachgebauten Cockpit: Stefan Jörres hat den Flugsimulator für den Fieseler Storch mitentwickelt. Mit ihm kann man virtuelle Flüge über Kassel und andere Touren machen.

Calden. Der Steuerknüppel vibriert, der Motor brummt, aus dem Cockpit kann man über den Habichtswald und das Kasseler Becken schauen. Viel Zeit dafür bleibt allerdings nicht, der Flug mit dem Fieseler Storch erfordert Konzentration.

„Jetzt etwas hochziehen“, sagt Prof. Albert Claudi. Das war knapp, ziemlich dicht am Herkules. Gerade noch rechtzeitig hebt der Storch seine Nase und zieht in einem weiten Bogen am Kasseler Wahrzeichen vorbei.

Weiter geht es Richtung Südstadt und Auestadion, dann die etwas holprige Landung auf einer Wiese neben dem Bugasee. Geschafft. Und jetzt wollen natürlich alle wissen, wie das Erlebnis im nagelneuen Flugsimulator an der Universität Kassel war. Die ehrliche Antwort: Einfach fantastisch. Diese Erfahrung können demnächst auch die Besucher am Airport Kassel machen. Der Förderverein „Fieseler Storch für Kassel“ will dort eine Halle für den Storch und andere Oldtimer bauen. Der Flugsimulator soll dort ebenfalls einen Platz finden.

An Universität entwickelt

Seit drei Jahren arbeiten Elektrotechnikstudenten und Wissenschaftler des Fachgebiets Elektrische Anlagen und Hochspannungstechnik unter Leitung von Prof. Albert Claudi an dem Storch-Flugsimulator. Auf den ersten Blick erkennbar ist der originalgetreue Nachbau des Cockpits mit der Steuertechnik aus dem Jahr 1943. Daneben kommt Computertechnik der Neuzeit zum Einsatz. „Die Rechnerleistung ist enorm“, sagt Herbert Lindenborn, der bis vor drei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich gearbeitet hat und schon lange im Förderverein aktiv ist.

Über drei Projektoren kann man unterschiedliche Flugszenarien einspielen. „Ich hatte nach fünf Minuten das Gefühl, wirklich im Storch zu sitzen“, sagt der Pilot Herbert Lindenborn, der das Originalflugzeug schon häufig geflogen ist. Der Rundflug über den Herkules war eine Anfängerübung. Lindenborns Vereins- und Pilotenkollege Axel Sauer wählt die Profivariante. Er landet mit dem Storch bei schwieriger Sicht auf einem Flugzeugträger mitten im Atlantik. Aus dem Ärmel schüttelt das selbst der erfahrene Flieger nicht, aber das kleine Flugzeug kommt rechtzeitig zum Stehen.

Das Uni-Team hinter dem Simulator: Sebastian Wels (von links), Stefan Jörres, Jens Obst, Tobias Raulf, Oliver Schröder, Albert Claudi und Henrik Brockhaus.

Keine Frage: Der Flugsimulator funktioniert und fasziniert. „Hier stecken jede Menge Arbeitsstunden drin und die Unterstützung von vielen Sponsoren“, sagt Albert Claudi. Auch ihn hat die Flugbegeisterung schon lange gepackt.

Für die angehenden Ingenieure der Elektrotechnik bieten solche Projekte die Chance zu mehr Praxisbezug. Von Drohnenflügen und den Inspektionen aus der Luft an Freileitungen bis zum Flugsimulator reichen die Entwicklungen. Die erfordern sehr viel Einsatz und die Verbindung verschiedener Lerninhalte.

Nach drei Jahren ist der Flugsimulator jetzt fertig. Er wird jetzt so lange auf Tour gehen, bis er am Airport Kassel ein neues Domizil hat. Es gibt schon jede Menge Anfragen von Firmen und Ausstellungsmachern.

Dieses Video wurde von ProSieben produziert. 

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Kommentare

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(1)(0)

Das ist bei dem alten Kasten auch die bessere Alternative. Und Spielen läßt die Zeit schneller vergehen.

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