Flughafen Calden: Empfehlung zu den Flugrouten fällt Ende Juni

Calden. In groben Zügen hat sich die Fluglärmkommission jetzt auf die Flugrouten geeinigt, die Feinarbeit liegt nun bei der Flugsicherung. Das gab der Vorsitzende der Kommission, Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor, am Mittwoch nach einer vierstündigen Sitzung bekannt.

Auf Details könne er noch nicht eingehen. Die Gespräche in dem Gremium seien sehr konstruktiv gewesen. Weitgehend Einigkeit herrschte darin, dass man den vom Flughafen direkt belasteten Kommunen nicht noch weiteren Fluglärm aufbürden wolle, wenn es sich vermeiden lasse.

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Zu den Belastungen zählen dabei nicht nur der bei Start und Landung entstehende Fluglärm, sondern auch Emissionen, die durch den erwarteten Zubringerverkehr auf der Straße entstehen. Dies war beispielsweise ein Wunsch der Gemeinde Breuna, die durch den Flughafen einen erhöhten Durchgangsverkehr wegen des Autobahnanschlusses erwartet.

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Die Rücksichtnahme auf ohnehin stark belastete Städte und Gemeinden wie Calden, Espenau, Immenhausen und Grebenstein fordert aber auf der anderen Seite auch Kommunen, die höhere Opfer bringen müssen. Betroffen davon ist Hann. Münden (siehe Artikel links oben), das wegen der weiteren Bögen jetzt beim Landeanflug bei Westwind überflogen wird. Sutor: "Das muss man ehrlicherweise sagen. Aber die Belastung von Münden ist viel geringer als unsere hier." Außerdem seien alle möglichen Abflugrouten so gewählt, dass die niedersächsische Stadt dann nicht betroffen sei. Dennoch werde Hann. Münden der Empfehlung der Fluglärmkommission wohl nicht zustimmen.

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"Relativ problemlos" nannte Sutor die Abflugrouten. Hier habe man angeregt, die vorgelegten Alternativen so zu verschieben, dass sie über möglichst dünn besiedelte Landschaft führten. Wo genau sie dann liegen werden, müsse jetzt die Flugsicherung erarbeiten. Erst dann sei die Kommission wieder am Zuge. Sie könne sich auch erst dann ein genaues Bild machen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen. Die wichtigste Zahl nämlich fehlt noch. "Wir wissen immer noch nicht, wieviel Lärm am Boden ankommt." Genau das aber sei ja für die Menschen das Wichtigste. Jetzt soll der TÜV Rheinland oder die Deutsche Luft und Raumfahrt (DLR) die entsprechenden Zahlen erarbeiten.

Auch wenn die offizielle Empfehlung noch fehle, so ist sie mit dieser Vorgehensweise aber weitgehend präjudiziert, gab es auch Kritik an der Arbeit der Kommission. Im Prinzip stehen die Routen, so Bad Emstals Bürgermeister Ralf Pfeiffer. Und das, ohne dass es Zahlen oder richtige Skizzen gebe. Zudem moniert er, dass seine Gemeinde nur als beratendes Mitglied in der Kommission vertreten und nicht stimmberechtigt sei.

Die nächste Sitzung der Kommission ist am 25. Juni.

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