Flughafen Calden: Nun krönt eine Kanzel den Tower

Calden. Dem neuen Flughafen Kassel in Calden wurde am Dienstag die Krone aufgesetzt. Die Kanzel, in der die Fluglotsen ab April 2013 arbeiten werden, wurde auf den 24 Meter hohen Tower gehievt.

Sie hat eine Höhe von etwa vier Metern, dazu kommt noch der Antennenturm - insgesamt wird der Tower mehr als 30 Meter hoch (etwa wie ein zehnstöckiges Haus) in den Himmel über Calden ragen.

Der Himmel war am Dienstagmorgen blau und es wehte kaum Wind - für Kranführer Karl Wenderoth, der seit 40 Jahren für die Firma Regel schwere Lasten in die Höhe hebt, war der Job am Flughafen somit reine Routine.

Maximal 220 Tonnen kann der Kran hochziehen, die Kanzel wiegt 25 Tonnen - ein Leichtgewicht sozusagen, kein Problem also. Was zu beachten war: Nach Vorgaben der Flugsicherung durfte der Kran nicht höher als 48 Meter ausgefahren werden - 60 Meter sind maximal möglich. Es dauerte keine halbe Stunde, dann war die Kanzel oben. Sie wurde gleich an 24 Punkten festgeschweißt.

Fotos: Kran setzt die Kanzel auf den Tower

Flughafen Calden: Kran setzt Kanzel auf Tower

Auch für Architekt Stefan Stiegel von der RSE Planungsgesellschaft war das Aufsetzen der Kanzel ein besonderer Moment: „Schließlich ist der Tower kilometerweit zu sehen und damit für die Menschen das Symbol des Flughafens.“

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Bauleiter Reiner Friedrichs von der Kasseler Firma Hermanns strahlte mit der Sonne um die Wette: „Keine Probleme“, meldete er, alles laufe glatt und planmäßig beim Bau des Flughafens. So wird es beim Termin 1. Juni für das Richtfest bleiben - dann wird es auch anders als am Dienstag eine richtige Feier geben, heißt es bei der Flughafen GmbH. Zum „Krönungstermin“ waren nur etliche Journalisten auf die Baustelle gekommen.

Der Tower des Flughafens kostet 1,2 Millionen Euro - das sind reine Baukosten, ohne die teure Technik. Die Kanzel schlägt mit 300 000 Euro zu Buche. Im Tower wird es neben der Fluchttreppe einen Aufzug geben - in die Kanzel selbst müssen die Fluglotsen dann über einige Stufen nach oben laufen. Sie hat eine Grundfläche von 32 Quadratmetern. Die Kanzel hat eine achteckige Form, die umlaufende Sonnenschutzverglasung wird von Pfosten eingefasst, die 15 Grad nach außen geneigt sind

Die Technik wird im August in den Tower eingebaut. Und dann erhält der Flugverkehrskontrollturm, wie so ein Tower offiziell heißt, auch eine Ausstattung, die den Fluglotsen ihre Arbeit etwas gemütlicher machen soll: Der Fußboden der Kanzel bekommt einen Nadelvliesteppich. Die Farbe: dunkelgrau. Das wiederum passt zur anthrazitfarbenen Außenfassade der Kanzel.

Von Frank Thonicke

Rubriklistenbild: © HNA/Schachtschneider

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