Autos: Von A 7 über Holländische Straße

Flughafen Calden: Verkehr soll durch Stadt Kassel rollen

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Verkehr zum Flughafen Calden: Von A 7 über die Holländische Straße

Kassel. Wenn der Flughafen Kassel-Calden im April 2013 eröffnet wird, sind Probleme mit der Verkehrsanbindung zu befürchten.

Während mit dem Bau der Ortsumgehung von Calden erst in den nächsten fünf Jahren begonnen wird, liegt sie für Breuna noch weiter in der Ferne. Stärker belastet durch Verkehr wird auch die Stadt Kassel. Denn die Autofahrer, die über die A7 kommen, werden durch Bettenhausen und die Nordstadt zum Flughafen geleitet.

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Nach Auskunft des Straßen- und Verkehrsmanagements Hessen Mobil wird der Flughafenverkehr, der aus nördlicher und südlicher Richtung über die A7 kommt, über die Anschlussstelle Kassel-Nord, die Dresdener Straße und die Holländische Straße (B7) nach Calden geführt. Es werde noch geprüft, inwieweit die Beschilderung an den Autobahnen durch ein Leitsystem zum Flughafen verändert werden soll, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil.

Der Flughafen erwartet bis 2015 etwa 560.000 Passagiere, 2020 bereits 640.000. Daher gibt es Befürchtungen in den Ortsbeiräten von Bettenhausen und Nord-Holland, dass die ohnehin stark befahrene B7 durch die Stadt überlastet wird. Die Holländische Straße, Teil der B7, ist mit täglich 40 000 Autos bereits die meistbefahrene Straße Kassels. Der Flughafenverkehr auf der A49 aus Richtung Marburg wird zwar am Kreuz Kassel-West auf die A44 geführt, von wo er über die Anschlussstelle Breuna nach Calden gelangen soll, aber der größere Teil dürfte den kürzeren Weg durch die Stadt wählen.

„Sollte sich zeigen, dass die vorgesehene Anbindung zu einer Überlastung führt, wird kurzfristig reagiert“, sagt Sinemus. Ab April fahren stündlich zwei Busse aus der Region den Flughafen an, ab Dezember 2013 sind es fünf. Die Idee einer Schienenanbindung ist laut Nordhessischem Verkehrsverbund vom Tisch. Die erwarteten Nutzerzahlen rechtfertigten nicht die hohe Investition.

Von Bastian Ludwig

B7 wird zum Nadelöhr

Ortsbeiräte halten Holländische und Dresdener Straße für überlastet

Aus Sicht der Ortsvorsteher von Nord-Holland, Monika Sprafke (SPD), und Bettenhausen, Enrico Schäfer (SPD), können die Hauptverkehrsadern ihrer Stadtteile keinen weiteren Verkehr aufnehmen. Mit der Eröffnung des Flughafens Kassel-Calden am 4. April 2013 wird dies aber nötig sein. Eine Alternative gibt es vier Monate vor der Eröffnung nicht. Sollten 2015 die prognostizierten 561 000 Fluggäste von Calden aus starten, ist inklusive des Pendelverkehrs des Personals jährlich mit mehreren Hunderttausend zusätzlichen Autos in Richtung Calden zu rechnen. 2020, wenn 640 000 Gäste erwartet werden, gäbe es eine weitere Zunahme. Nach einer Verkehrsstatistik für Kassel sind in einem Auto durchschnittlich 1,3 Personen unterwegs.

„Für weiteren Verkehr aus Richtung der Anschlussstelle Kassel-Nord ist die Dresdener Straße nicht aufnahmefähig“, sagt Ortsvorsteher Schäfer. Diesen Weg soll aber der Verkehr zum Flughafen nehmen, der sich über die A7 der Stadt nähert. Eine Alternative sieht Schäfer allerdings auch nicht. Der Ortsvorsteher hält es für fraglich, ob sich Autofahrer, die von der A49 in Richtung Flughafen wollen, an die Verkehrsführung halten und den Umweg über die A44 bis zur Abfahrt Breuna nehmen.

Viele würden sicher ebenfalls durch die Stadt fahren. „Die Holländische Straße hat ihre Kapazitätsgrenze erreicht“, sagt Monika Sprafke, Ortsvorsteherin der Nordstadt. Nicht nur wegen der Universität, sondern auch wegen des Lieferverkehrs zu den Werken von Bombardier und Daimler sei sie stark belastet. Der Zweckverband Raum Kassel sei dabei, die Situation auf der Holländischen Straße im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung zu prüfen, sagte Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt Kassel.

„Die Verkehrsbelastung wird interessant“, sagt Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel. Er befürchtet, dass Autofahrer, die aus Richtung des Schwalm-Eder-Kreises zum Flughafen wollen, nicht, wie vorgesehen, über die A49 und die A44 bis Breuna fahren, sondern in Zierenberg abfahren. Dies sei kürzer, aber der Weg führe durch das Naturschutzgebiet Dörnberg. Wenn die Belastung da sei, werde sicher noch mal über eine Nordumgehung Kassels, wie sie Hessens Ex-Verkehrsminister Posch (FDP) vorgeschlagen hatte, nachgedacht.

Die Idee, von der A7 nördlich von Kassel eine Verbindung zur B7 zu schaffen, wird nach Auskunft des hessischen Verkehrsministeriums nicht weiter verfolgt. Dr. Bernd Riss, Leiter der Projektsteuerung des Flughafens, hält den zusätzlichen Verkehr für unproblematisch. Im Verhältnis zur jetzigen Belastung, so hätten es Prüfungen bei der Planung ergeben, sei die Zunahme unrelevant. Im ersten Bauabschnitt würden 800 Parkplätze am Flughafen geschaffen. Sollte es nötig sein, könnten diese auf 3600 erweitert werden.

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