Flughafen Calden: Warburg wehrt sich gegen Baustellen-LKW

Kassel/Warburg. Jahrelang unterhielt die Stadt Warburg in Nordhein-Westfalen beonders gute Beziehungen zu ihren nordhessischen Nachbargemeinden. Und auch beim Thema Ausbau Flughafen Kassel-Calden hielt sich Warburg - anders als viele andere in NRW mit Blick auf den Flughafen Paderborn - merklich zurück.

„Wir haben dem Flughafen in Calden nie Steine in den Weg gelegt“, sagt Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln. „Und nun so was.“

„So was“, das ist der Willen der Flughafen GmbH, alle Lastwagen, die Material für den Flughafen-Ausbau nach Calden bringen, über die B 7 durch Warburg rollen zu lassen.

Die Strecken in Nordhessen sind laut Ausschreibung der Bauarbeiten für Lastwagen gesperrt: Die Bevölkerung soll vor Lärm und Dreck geschützt werden. In Warburg ist man jedenfalls nun richtig sauer. Stickeln: „Mit uns hat nie jemand auch nur ein Wort darüber gesprochen“, klagt der Bürgermeister.

Dass man überhaupt nicht infomiert wurde, findet Stickeln „ vorsichtig ausgedrückt nicht in Ordnung“. Es könne nicht sein, dass die Menschen in Nordhessen geschützt werden, die Bevölkerung in Warburg aber den Lärm ertragen soll.

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Denn es droht eine gewaltige Lastwagen-Kolonne: Hunderte LKW werden über die B 7 durch Warburg rollen, um das Material nach Calden zu bringen. Dagegen will man sich in Warburg nun wehren. Stickeln: „Wir haben das Landesamt für Straßen in Nordrhein-Westfalen infomiert und auch den Landkreis Höxter. Die prüfen nun, was wir dagegen tun können.“

Gegen die Vorgaben der Flughafen GmbH, die Lastwagen aus Nordhessen auszusperren, hatte sich bereits die Kies- und Sandfirma Opperman aus Edertal (Werra-Meißner-Kreis) gewandt. Da man einen Umweg über die A 44 und die B 7 fahren müsse, seien die Transporte zu teuer - man sei somit vom Wettbewerb ausgeschlossen, würde Aufträge verlieren.

Ins gleiche Horn stößt nun auch das Unternehmen „Kalksteinwerk Lamerden“ aus Liebenau (Landkreis Kassel). Die Strecke über Warburg führe zu einem „Schüttguttourismus“, meint der Chef der Firma, Arno Fischer. „Der Umweg verschlimmert eher die Umweltbelastung und führt zu höheren Kosten für den Ausbau.“

Fischer fordert eine Einbahnstraßenregelung über Routen, die flexibel festgelegt werden. Damit würde die Belastung der betroffenen Bevölkerung um 50 Prozent vermindert werden. Fischer: „Vorrangig müssen die Rohstofflieferanten aus Nordhessen zum Zug kommen. Das sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bleiben in der Region.“ (tho)

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