Interview zum Flughafen Calden

Interview zum Flughafen: „Das Einzige, was hilft: von Kassel fliegen“

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Erfolgreicher Flughafenmanager: 17 Jahre lang war Prof. Dr. Wilhelm Bender Chef des Frankfurter Flughafens. In Bezug auf die derzeitige Situation am Caldener Flughafen sieht er die Wirtschaft in der Pflicht, sich noch stärker zu engagieren.

Calden. Wenn es um das Management von Flughäfen geht, dann ist er Experte. Wilhelm Bender war 17 Jahre lang Chef des Frankfurter Flughafens. Unter seiner Regie ging die Fraport AG an die Börse und der Flughafen wurde ausgebaut.

Wir haben ihn zur Situation des Flughafens Kassel-Calden befragt. Eine seiner zentralen Botschaften: Nicht jammern! Das Einzige was hilft: von Kassel fliegen.

Herr Bender, an was denken Sie zuerst, wenn Sie vom Flughafen in Calden hören?

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Prof. Dr. Bender: Ich denke an meine persönliche Rolle in verschiedenen Gesprächen. Die Fraport AG wurde ja gefragt, ob sie sich in Kassel engagieren möchte. Wir haben jedoch nicht die Möglichkeit gesehen, dass sich dies für uns rentiert. Für mich war der Flughafen Kassel-Calden immer ein politisches Projekt.

Was verstehen Sie darunter?

Bender: Es ist ein politisches Infrastrukturprojekt. Aus nachvollziehbaren Gründen hat man gesagt, dass Nordhessen eine bessere Luftverkehrsinfrastruktur braucht, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen. So habe ich das Projekt immer verstanden.

Bedeutet dies, dass Sie sich auch für einen Ausbau entschieden hätten, wenn Sie vor der Wahl gestanden hätten?

Bender: Nun gut, ich bin kein Politiker. Aber ich verstehe es auch als Aufgabe der Politik, gleiche Lebensbedingungen in Deutschland zu schaffen. In Nordhessen wurde kein Flughafen gebaut, um Geld zu verdienen, sondern die Region wettbewerbsfähiger zu machen.

Die Politik hat aber den Ausbau gerade damit gerechtfertigt, dass der Flughafen schwarze Zahlen schreiben kann.

Bender: Die Rahmenbedingungen für Flughäfen haben sich mit Blick auf die Konjunktur und die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren für den Luftverkehr verschlechtert. Insofern gibt es heute nicht mehr den Optimismus, den es noch vor einigen Jahren gab, als auch der Businessplan für Kassel-Calden aufgestellt wurde.

Von Florian Quanz

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