Maschine befand sich auf Übungsflug

Tornado in Calden gelandet: Mit Blaulicht auf der Landebahn

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Ein Tornado in Calden: Die Feuerwehr hat den Kampfjet bei der Landung auf dem Flughafen Kassel begleitet. Was für Außenstehende wie ein Notfall aussah, war laut Flughafen-Leitung ein Standardverfahren bei der Landung von Bundeswehrjets.

Calden. Ein Anblick, der Außenstehende erschreckt hat: Am Donnerstag ist ein Kampfjet der Bundeswehr auf dem Flughafen Kassel gelandet. Begleitet wurde er von der Flughafenfeuerwehr – mit Blaulicht.

Der Tornado setzte um kurz nach 18 Uhr auf der Landebahn in Calden auf. Die Feuerwehr fuhr parallel zum Düsenjet mit. Für Beobachter musste das wie ein Notfall aussehen.

War es aber nicht, berichtet der Geschäftsführer des Flughafens Kassel Lars Ernst. Der Tornado sei zwar außerplanmäßig in Calden gelandet, es habe aber keinerlei Probleme gegeben. „Das war eine ganz normale Landung, wobei Bundeswehrjets natürlich nicht täglich bei uns ankommen“, sagt Ernst.

Die Flughafenfeuerwehr stehe bei Landungen von Militärjets immer in Bereitschaft. Das gewählte Verfahren müsse Zuschauer allerdings alarmiert haben, gibt Ernst zu: „Das sah für Außenstehende dramatisch aus, war es aber nicht“, erklärte der Flughafenchef, der allerdings keine Angaben machen konnte, woher der Tornado kam und weshalb er in Calden gelandet ist.

Tornado gehört zum Luftwaffengeschwader 33

Diese Fragen klärte die Bundeswehr auf Nachfrage der HNA auf. Der zweisitzige Tornado gehört zum taktischen Luftwaffengeschwader 33, das im rheinland-pfälzischen Büchel, unweit von Cochem an der Mosel stationiert ist. Die Einheit stellt derzeit drei Tornados, die vom jordanischen Al-Asrak aus Aufklärungseinsätze gegen den sogenannten Islamischen Staat fliegen. Das Bundeswehrkontingent war nach Differenzen mit der Türkei Anfang Oktober verlegt worden, um die Mission Counter Daesh von Jordanien aus fortzuführen.

Der Tornado, der am Donnerstag in Calden gelandet ist, hatte unter den Tragflächen und dem Rumpf mehrere große Zusatztanks montiert. Er kam aber nicht etwa aus dem Einsatzgebiet, sondern befand sich nach Angaben eines Luftwaffensprechers auf einem Übungsflug.

Er war in Büchel (Rheinland-Pfalz) gestartet. Als die Maschine auf dem Rückflug aber in die Nähe des Fliegerhorstes kam, hatte sich nach Angaben der Bundeswehr das Wetter derart verschlechtert, dass der Tornado nicht mehr in Büchel landen konnte. Deshalb wurde er auf einen anderen Flughafen umgeleitet – in diesem Fall Kassel.

„Das war zwar eine unplanmäßige Landung, es gab aber keinen technischen Hintergrund“, sagte der Luftwaffensprecher. Weshalb die Flughafenfeuerwehr mit Blaulicht vorfuhr, entzog sich seiner Kenntnis: „Es gab auf jeden Fall keine Luftnotlage.“

Am Freitagmorgen ist der Tornado dann wieder von Calden gestartet und zu seinem Geschwader in Büchel zurückgekehrt.

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