Kapazität der Gemeindekläranlage wird für 6,3 Millionen Euro mehr als verdoppelt

Flughafen Kassel-Calden: Kläranlage im Endspurt

Alt und Neu vereint: Links ist das alte Rechengebäude zu sehen, in der Mitte das neue Pumpenhaus mit Straßenquerung, hinten die neue Landebahn.

Calden. Immer mehr Projekte im Zusammenhang mit dem Flughafenneubau in Calden nähern sich der Fertigstellung. Die im April begonnene Erweiterung der Kläranlage Calden ist im Zeitplan und soll im Mai in Betrieb gehen.

Bislang gab es keine Verzögerungen und auch keine Unfälle, sagte Diplom-Ingenieur Winfried Born vom Planungsbüro Oppermann am Montag erleichtert bei einem Ortstermin.

Bauherr der neuen Anlagenteile nahe der Untermühle ist ebenfalls die Gemeinde Calden, wobei aber die Flughafen-GmbH die Kosten der Erweiterung übernimmt - etwa 6,3 Millionen Euro. Die Betriebskosten werden aufgeteilt.

Riesige Flächen

Denn ein Großteil der Abwässer kommt vom neuen Flughafen mit seinen riesigen Asphaltflächen sowie von den neuen Gebäuden des Flughafens und des angrenzenden Gewerbegebietes. Auch die Abwässer des alten Gewerbegebietes werden in der Kläranlage bearbeitet.

Das Oberflächenwasser wird am Ende des Flugplatzes in ein Regenrückhaltebecken mit Bodenfilter geleitet und dort behandelt. Denn das auf dem Flugplatzgelände eingesetzte Enteisungsmittel ist biologisch leicht abbaubar und würde den Klärschlamm in der Gemeindekläranlage zu sehr aufblähen, was die Verarbeitung erschweren würde. Das übrige Abwasser wird durch eine neue Rohrleitung unter der Kreisstraße hindurch in eine Pumpstation und dann in das bisherige Rechengebäude mit Sandfang geleitet.

Viel Platz: Das Belebungsbecken der Kläranlagenerweiterung ist 40 Meter lang, zehn Meter breit und fast sieben Meter tief.

Daran schließen sich die Behandlung im neugebauten Belebungsbecken und das Nachklärbecken mit 17 Meter Durchmesser an. Wegen des schwierigen Untergrunds im Tal des Baches Calde wurden Belebungs- und Nachklärbecken auf 20 Meter tief reichende Betonbohrpfähle gesetzt.

Die Calde selbst, die zwischen dem alten und dem neuen Kläranlagenteil hindurchfließt, wurde zum Hochwasserschutz neu gefasst und teilweise umgeleitet.

Genehmigt sind bereits zwei Bauabschnitte. Durch die jetzige Baumaßnahme wird die Kapazität der Kläranlage von 3500 auf 8900 Einwohnergleichwerte (EWG) mehr als verdoppelt. In einem 3. Bauabschnitt könnte die Kapazität durch ein weiteres Belebungsbecken auf bis zu 12.000 EWG steigen – sofern Bedarf dafür ist. Das, so Bürgermeister Andreas Dinges, hänge von der Entwicklung der Gewerbe- und Wohngebiete ab. (tty)

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