BI Hann. Münden: Wenn keine Fluggesellschaft Interesse hat, sollte Hessen die Reißleine ziehen

„Flughafen neu prüfen“

Calden/hann. münden. Angesichts des Desinteresses zahlreicher Fluggesellschaften an einem Regionalflughafen Kassel-Calden sollte der hessische Landtag das Projekt neu auf den Prüfstand stellen und seine Entscheidung für den Ausbau gegebenenfalls revidieren.

In diesem Sinne hat die Bürgerinitiative Hann. Münden gegen den Aus- und Neubau Caldens gleichlautende Briefe an alle hessischen Abgeordneten geschrieben.

Im Verein mit den anderen Bürgerinitiativen der Region verweisen die Mündener auf das HNA-Interview mit der Bundesvereinigung Deutscher Fluggesellschaften (BDF). Deren Geschäftsführer Dr. Michael Engel hatte erklärt, dass Calden im günstigsten Fall eine Partnerschaft mit Ryanair bleibe. Für die anderen Mitglieder seines Verbandes schließe er ein Interesse aus.

Notwendigkeit negiert

Damit wird die Notwendigkeit Caldens zum zweiten Mal negiert: 2008 hatte die Barig (Board of Airline Representatives in Germany) geäußert, dass am Regionalflughafen Calden kein Interesse bestehe.

Damit, so die Bürgerinitiativen, drohe dem Projekt das Schicksal der defizitären Flugplätze Hahn, Altenburg oder Lübeck. Da auch führende Wirtschaftsberatungsunternehmen in Calden ein riesiges Steuergrab sähen, stelle sich verstärkt die Frage nach dem Sinn des Vorhabens – zumal BDF-Geschäftsführer Dr. Engel die von Planern propagierten Gesamtkosten von 151 Millionen Euro für zu niedrig halte und stattdessen von mindestens 250 Mio. ausgehe.

Sinvoller investieren

Angesichts dieser Sachlage, so die Hann. Mündener BI in ihrem Abgeordnetenbrief, halte man es für unverantwortlich, weiteres Geld in das Projekt zu investieren, Wälder zu vernichten und Grünflächen zu versiegeln. Man sei vielmehr der Meinung, dass die mühsam erarbeiteten Steuern der Bürger in Bildung, Jugendarbeit und soziale Aufgaben sinnvoller investiert seien.

Und wörtlich schließt der Brief: „Die Erkenntnis, eine Situation falsch eingeschätzt zu haben und diesen Fehler durch die sofortige Einstellung aller Arbeiten zu korrigieren, würde allen Volksvertretern besser zu Gesicht stehen, als das trotzige Festhalten daran. Das würde überdies ein Stück Glaubwürdigkeit und Vertrauen in die Politik zurückbringen.“ (asc)

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