Gespräch mit Caldener Bürgern und Politikern

Flughafenchefin stellte sich Fragen der Caldener Bürger und Politiker

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Anna Maria Muller

Calden. Der Ruf des Flughafens Kassel-Calden muss besser werden das haben die Verantwortlichen offenbar erkannt. Zuletzt gab es Rückendeckung aus der Politik, jetzt stellte sich Flughafenchefin Maria Anna Muller den Fragen der Caldener. Wir dokumentieren die Fragen und Antworten in Auszügen.

Wie kann es sein, dass Reisebüros den Kunden von Flügen ab Calden abraten oder sie erst gar nicht anbieten?

"Wir haben Reisebüros, die gehören zum Lager Tui oder Thomas Cook, die werden Calden nie verkaufen", sagte Muller. Der Grund seien Lizenzbindungen und Provisionen. Andere Reisebüros seien noch sauer wegen den vielen Umbuchungen durch Flugausfälle für die der Flughafen im Übrigen nichts könne. Durch zahlreiche Veranstaltungen mit den Reisebüros versuche man, das Problem zu lösen.

Wie will sich der Regionalflughafen im Konkurrenzkampf behaupten?

"Glauben Sie nicht, dass wir 20 Millionen Euro für die Vermarktung des Flughafens zur Verfügung haben", sagte Muller. Das Marketing müsse im Rahmen des normalen Budgets der Flughafengesellschaft erfolgen. Zudem dürfe man bestimmte Dinge nicht machen, wie den Airlines das finanzielle Risiko abzunehmen, wenn die Flieger nicht voll werden. Was die GmbH dagegen tun könne sei, die Produkte also die Flüge zu bewerben. "Wir nehmen richtig Geld in die Hand, um die Flüge nach Kalabrien zu bewerben." Konkrete Summen nannte Muller nicht. Große Imagekampagnen seien nicht möglich.

Was kann beim Betrieb des Flughafens noch gespart werden?

Nachdem es in den ersten Monaten darum gegangen sei, dass der Flughafen überhaupt laufe, "geht es jetzt ans Justieren", sagte Maria Anna Muller. Man schaue beispielsweise, wo man Energie sparen könne. "Wir hatten die Diskussion, ob wir die Straßenbeleuchtung herunterfahren." Zudem prüfe man die Verträge auf Sparmöglichkeiten.

Die Gemeinde Calden ist mit sechs Prozent an Gewinn und Verlust beteiligt. Wie ist die Prognose für die künftige Entwicklung?

"Das wird zuerst im Rahmen der Gesellschafter besprochen", sagte Muller. Sie könne da keine Zahlen nennen. Bürgermeister Andreas Dinges sagte für Calden, dass die Gemeinde auch im nächsten Jahr mit einer Verlustzuweisung von knapp 400.000 Euro rechnen müsse. Das Land suche aber nach Möglichkeiten, Calden zu unterstützen, wenn Gewerbesteuern ausblieben.

An das Gemeindeparlament richtete sich die Frage: Wie stehen die Fraktionen zu der Beteiligung am Flughafen vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig über den Verkauf der Dorfgemeinschaftshäuser debattiert wird?

Hier waren sich SPD, Freie Wähler und CDU einig, dass eine Senkung der Beteiligung nicht infrage kommt. Es gehe nicht darum, "eines zu schließen, um anderes zu erhalten." (gör)

Mehr in der gedruckten Hofgeismarer Allgemeinen am Samstag.

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