Fluglärm soll abseits von Kassel-Calden kaum noch wahrgenommen werden

Kassel. Danny Sutor, Bürgermeister von Grebenstein und Vorsitzender der Lärmschutzkommission für den neuen Flughafen Kassel in Calden, lehnte sich zufrieden zurück. Mit den Flugrouten für die An- und Abflüge könne wohl jeder gut leben, sagte er.

Sichtbares Zeichen: Die Kommission, in der alle betroffenen Kommunen und Verbände sitzen, legte bis auf einen Fall alle Routen einstimmig fest - sogar die Bürgerinitiative gegen den Flughafen stimmte nicht dagegen, sondern enthielt sich.

Lesen Sie auch:

-Calden: Routen sollen vor Fluglärm schützen

Noch sind die Routen aber nicht in trockenen Tüchern. Das sind sie erst, wenn das Bundesaufsichtsamt für die Flugsicherung ihnen zustimmt. Zweifel daran gibt es aber nicht. Das Amt erlässt dann eine Bundesverordnung über die Routen. Dagegen kann dann mit einer sogenannten Feststellungsklage angegangen werden. Das ändert aber nichts daran, dass ab dem 4. April 2013 auf dem neuen Flughafen geflogen wird.

Parallel dazu wird die hessische Landesregierung eine Lärmschutzverordnung erlassen. Dort können dann etwa lärmmindernde Maßnahmen festgelegt werden - etwa Schallschutzfenster für betroffene Anwohner des Flughafens.

Danny Sutor sagte, es sei der Kommission darum gegangen, möglichst viele Menschen vor Lärm zu schützen. Zu hören werden die Flugzeuge vor allem in den Kommunen unmittelbar am Flughafen sein - Calden, Grebenstein, Immenhausen, Espenau. Für Teile von Calden erwartet die Kommission einen maximalen kurzfristigen Lärmpegel von 70 Dezibel, in Grebenstein und in Schachten könnten es mal 60 Dezibel sein. Über Hofgeismar seien die Maschinen bereits 2000 Meter hoch, der Pegel, der unten ankomme, liege bei 55 Dezibel und sei somit vom Umgebungslärm nicht mehr zu unterscheiden, sagen die Fachleute von Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt in Göttingen.

Die Lärmschutzkommission hat verschiedene Routen für An- und Abflüge festgelegt, je nachdem, aus welcher Himmelsrichtung die Flugzeuge kommen oder wohin sie starten werden. Nach Schätzungen gehen 70 Prozent der Starts aufgrund der Windlage nach Westen. Solange nicht feststeht, welche Fluggesellschaften in Calden regelmäßig wohin fliegen, kann auch nicht gesagt werden, welche Routen tatsächlich wie oft benutzt werden.

Hier noch die Dezibelzahlen des Schallpegels, wie er in einigen Kommunen ankommen soll: Reinhardshagen 55 Dezibel, Helsa 55 Dezibel. Woanders, etwa in Bad Emstal, sei der ankommende Fluglärm nicht mehr messbar, sagen die Experten. Und: Der Lärm sei allenfalls für 30 oder 40 Sekunden zu hören.

Von Frank Thonicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.