Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

Geschichte des Flughafens Kassel-Calden: Charterflüge nach Dalmatien

1972 flogen ab Calden Flugzeuge nach Dalmatien. Eines trug den Namen des Caldener Ortsteils Meimbressen. Unser Foto zeigt Stewardess Barbara Hille (Mitte) aus Kassel mit Kolleginnen.

Calden. Während die Kritik am neuen Flughafen Kassel-Calden nicht verebben will, hat Ex-Landrat Dr. Udo Schlitzberger in einem Beitrag für das Jahrbuch des Landkreises die wechselhafte Geschichte des Landeplatzes aufgearbeitet.

Die Wurzel des neuen Airports liegen demnach in der Fulda-Aue zwischen Waldau und Lohfelden.

Dort entstand in den 20er-Jahren ein Flugplatz, der 1924 eröffnet wurde. Von 1930 bis 1945 diente er dem Flugzeugbauer Fieseler als Werksflugplatz. In den 60er-Jahren drängte die Wirtschaft die Stadtväter zur Suche nach einem neuen Standort. Das verkehrsgünstig gelegene Gelände in Waldau wurde als Wohn- Gewerbe- und Industriefläche gebraucht. Fündig wurde die Stadt schließlich in Calden, wo Otto Freiherr Wolff von Gudenberg 1968 rund 200 Hektar Land zum Kauf anbot.

Charter- und Linienflüge

Nur zwei Jahre später, am 19. Juli 1970, wurde der Verkehrslandeplatz Kassel-Calden eröffnet. Bereits in der Bauphase bildete sich in den Caldener Ortsteilen Ehrsten und Fürstenhagen eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Allerdings konnte sie es nicht verhindern. Schon bald entwickelte sich ein reger Flugbetrieb. Neben Charterflügen nach Dalamatien im damaligen Jugoslawien sowie zu anderen Mittelmeerzielen wurden Linienflüge nach Berlin, Köln-Bonn, München und Düsseldorf angeboten. Aber ein dauerhafter wirtschaftlicher Erfolg wollte sich nicht einstellen.

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Zwei schwere Flugunfälle Anfang der 1980er-Jahre warfen den Airport um Jahre zurück. Im Winter 1981 kamen zwei Menschen beim Absturz einen Kleinflugzeugs in der Nähe des Flughafens ums Leben, 1982 verfehlte eine aus München kommende Maschine bei dichtem Nebel die Landebahn streifte Baumwipfel bei Fürstenhagen und explodierte. Die sieben Insassen starben noch am Unfallort.

Bei der Aufarbeitung des letzten Absturzes wurden laut Schlitzberger „zwei Geburtsfehler“ des Landeplatzes überdeutlich: Kassel-Calden besaß kein Instrumentenlandesystem (ILS), und in der Abflugschneise Richtung Südwesten bildeten der 579 Meter hohe Dörnberg und 20 Meter höhere Bärenberg nicht zu beseitigende Sicherheitsrisiken. 1988 wurde mit Hilfe des Landes das ILS installiert. Daraufhin setzte ein kleiner Boom ein. Ab 1992 wurde Berlin-Tempelhof angeflogen 1994 gab es Ferienflüge nach Spanien und Tunesien, 2000 landete erstmals eine Boeing 737 in Calden, um nach Mallorca weiterzufliegen. Allerdings kam der Charterflugbetrieb wegen der zu kurz geratenen Landebahn und der topograhischen Risiken schon bald zum Erliegen.

Bilder aus der Geschichte des Flughafens

Bilder aus der Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

Am 1. November 2000 beschloss die Regionalversammlung den Aus- beziehungsweise Neubau des Flughafens. Nach einem langwierigen Abstimmungprozess fiel schließlich die Entscheidung zum Neubau. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. März 2011, Eröffnung war am 4. April diesen Jahresmit der Landung einer aus Frankfurt kommenden Boeing 737 der Hamburger Fluggesellschaft Germania.

Von José Pinto

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