Geschichte des Flughafens: Höhen, Tiefen und zwei Abstürze

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Eine Aufnahme aus 2000.

Calden. Am Donnerstag, 4. April, wird der neue Flughafen Kassel-Calden eröffnet. Bis dahin erinnern wir in einer siebenteiligen Serie an Flugpioniere und die Vorläufer des heutigen Flugbetriebes vom Kasseler Forst über Waldau bis Calden.

Mit den hochfliegenden Plänen seiner politischen Wegbereiter ging er am 11. Juli 1970 an den Start: der neue Kasseler Flughafen draußen auf der grünen Wiese. Nach fast 43 Jahren Betrieb ist er heute der alte.

In wenigen Tagen wird der Landeplatz, mit Eröffnung des Nachfolgers, seine ursprüngliche Zweckbestimmung verlieren und nur noch als Gewerbegebiet genutzt werden.

Ersatz für Waldau

Ein wirtschaftlicher Himmelsstürmer für die Region sollte er mal werden. Die Hoffnungen der Lokalpolitiker und auch großer Teile der Bevölkerung richteten sich auf Ackerland in der Caldener Gemarkung. Hier wuchs der moderne Ersatz für den traditionsreichen Kasseler Luftfahrtstandort Waldau, der innerhalb des Stadtgebietes keine Zukunft mehr hatte, binnen 18 Monaten aus dem Boden.

Die Kosten: 21 Millionen Mark. Ein finanzieller Kraftakt für die Stadt. Das Land gewährt nur zinslose Darlehen. A

m Einweihungstag im Hochsommer 1970 hält Hessens Ministerpräsident Albert Osswald eine Eröffnungsrede vor allein 2000 Ehrengästen. Zwei Tage lang herrscht Hochbetrieb auf dem neuen Flughafengelände. Der Ansturm motorisierter Neugieriger stürzt Calden in ein Verkehrschaos.

Elektronische Landehilfe fehlt

Live-Video von der Eröffnung:

Wir übertragen die Eröffnung des Flughafens am Donnerstag, 4. April, live ab 10 Uhr. Zu sehen sein werden unter anderem die ersten Starts und Landungen und der Flughafen von innen.

Reichlich Verkehr von nun an auch in der Luft. Innerdeutsche Linienverbindungen laufen gut. Drei Jahre lang. Dann beginnt der Sinkflug. Kassel-Calden gilt als unzuverlässiger Landeplatz, denn anfliegbar ist er nur unter Sichtflugbedingungen. Es fehlt eine elektronische Landehilfe. Das Instrumentenlandesystem (ILS) kommt schließlich im Herbst 1988.

Später gibt es Touristikflüge nach Mallorca und Tunesien, Mitte der 90-er Jahre auch nach Malta. Eine Linienverbindung nach Berlin besteht nur zwei Jahre. Auch der Charterflugverkehr bricht wieder ein. Für moderne, größere Jets gilt die Landebahn als zu kurz.

Und dann die topographische Lage: Düsenriesen werden durch den nahen Dörnberg buchstäblich ausgebremst. Der so hoffnungsvoll gestartete Flughafen bleibt bei massiven Betriebsverlusten in wirtschaftlichen Turbulenzen, die atypische stille Beteiligung eines Privatinvestors eine Episode. Anteile an der Flughafen GmbH halten heute das Land (68 Prozent), Stadt und Kreis (jeweils 13 Prozent) sowie die Gemeinde Calden (sechs Prozent).

Flughafen Kassel-Calden: Die Entstehung in Bildern

2000 - Die Planungen für den Neubau beginnen. Wesentlich mehr Flugzeuge sollen nach dem Ausbau Urlauber von Calden aus in den sonnigen Süden fliegen. © HNA
2000 - Prognosen belegen, dass ein ausgebauter Airport sich am Markt behaupten kann. © HNA
2001 - Die Erweiterungspläne zum Flughafen Kassel-Calden sind umstritten. Bürgerinitiativen haben zu Protesten gegen das Ausbauvorhaben aufgerufen. © HNA
März 2004 - Der Aufsichtsrat des Flughafens Kassel-Calden hat dem Ausbau des Flughafens für rund 150 Millionen Euro zugestimmt. © 
Dezember 2010 - Grünes Licht für den Flughafen Kassel-Calden. Die Europäische Kommission hat jetzt endgültig das Ja für den Ausbau erteilt. © 
März 2011 - Flughafen-Gegner demonstrieren gegen den Neubau © 
Oktober 2011 - Die Bauarbeiten schreiten voran © 
November 2011 -  Der Terminal wächst in die Höhe © 
November 2011 - Blick auf die Baustelle © dpa
Dezember 2011 -  Ein Mann und ein Kind schauen am Donnerstag vom Infopoint auf die Baustelle für den neuen Flughafen Kassel-Calden. Links die zukünftige Start- und Landebahn. Auf der 220 Hektar großen Baustelle sind die Erdbauarbeiten sind weitgehend beendet. © dpa
Dezember 2011 - Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) legt den Grundstein für den Neubau des Regionalflughafens. Zu der Zeit waren die Erdarbeiten schon abgeschlossen, der Bau der Hochbauten lief bereits. © HNA/Herzog
Dezember 2011 - Grundsteinlegung für den Flughafen Kassel-Calden © HNA/Herzog
Dezember 2011 - Grundsteinlegung für den Flughafen Kassel-Calden © 
Januar 2012 - Arbeiten an der Feuerwache © HNA/Koch
Januar 2012 - Baufortschritt am Tower © HNA/Koch
Januar 2012 - Der Terminal entsteht © HNA/Koch
Januar 2012 - Ein Flugzeug im Anflug über den Baukränen. Der Neubau schreitet immer weiter voran. © HNA/Koch
Februar 2012 - Der neue Tower wächst in die Höhe © 
März 2012 - Maria Anna Muller wird Chefin des Flughafens Kassel-Calden. © 
Juni 2012 - Der Flughafen feiert Richtfest © 
Juli 2012 - Asphaltarbeiten für die Start- und Landebahnen sowie die Rollbahnen und Betriebswege © dpa
November 2012: Die Straßennamen am Flughafen stehen fest - Die Straßen am neuen werden die Namen von Gerhard Fieseler, Albert Falderbaum, Kurt Katzenstein, Antonius Raab und Elly Beinhorn tragen © 
November 2012: Ein Blick in das Empfangsgebäude
November 2012: Ein erster Blick auf die Technik. © HNA/Herzog
November 2012: Ein Blick in das Empfangsgebäude
November 2012: Ein erster Blick in das Empfangsgebäude - die Gepäckbänder sind fast fertig eingebaut © HNA/Herzog
November 2012: Ein Blick in das Empfangsgebäude
November 2012: Ein erster Blick in das Empfangsgebäude © HNA/Herzog
November 2012: Ein Blick in das Empfangsgebäude
November 2012: Ein erster Blick in das Empfangsgebäude © HNA/Herzog
November 2012: Ein Blick in das Empfangsgebäude
November 2012: Ein erster Blick in das Empfangsgebäude © HNA/Herzog
So soll der Flughafen einmal aussehen © 
September 2012 - Der Flughafen nimmt Gestalt an. © 
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Der Tower. © 

Allerdings, der Landeplatz brachte namhafte luftfahrttechnische Betriebe und Flugschulen nach Calden mit rund 600 Arbeitsplätzen.

Glanz und Elend verbinden sich mit dem alten Flughafen. A-Promis aus Politik, Show-Business und Königshäusern schwebten hier ein. Es kamen aber auch Menschen zu Tode: elf Insassen beim Absturz von zwei Geschäftsflugzeugen im Winter 1981 und Frühjahr 1982, außerdem mehrere Fallschirmspringer.

Von Dorina Binienda-Beer

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