Unternehmen geht nach Paderborn

GLS zieht sich mit Frachtflügen aus Kassel-Calden zurück

Ab nach Paderborn: Die GLS-Frachtmaschine, die bisher nachts von England nach Calden und zurück flog, wird jetzt in Ostwestfalen starten und landen.

Calden. Für die Menschen rund um den Flughafen Kassel-Calden wird es nachts ruhig. Der Grund: Es gibt keine Nachtflüge mehr. Der Paketdienst GLS aus Neuenstein (Hersfeld-Rotenburg) stellt seine nächtlichen Frachtflüge ein. Warum, das will GLS-Managing Director Saadi Al-Soudani nicht genau sagen.

„Der Rückzug aus Kassel-Calden hat vielerlei Gründe.“ Man habe eben umgestellt, sagt Al-Soudani. Demnächst wird man die Fracht ab Paderborn per Flugzeug transportieren.

Die Flughafen GmbH bestätigte den Rückzug der GLS. Damit gebe es zurzeit keine regelmäßigen Nachtflüge in Calden, hieß es. Näher wollte man sich nicht äußern.

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Bisher war die GLS (Global Logistic System) in Kassel-Calden vier Mal in der Woche, immer vom Montag bis zum Donnerstag, in der Nacht gestartet. Die Flüge gingen nach England, transportiert wurden jeweils 1,8 Tonnen Pakete.

„Für die Menschen am Flughafen ist das doch schön, wenn wir nicht mehr fliegen“, sagt Saadi Al-Soudani mit Blick auf die Nachtruhe der Anwohner. Für den Flughafen würde der Rückzug wohl keinen finanziellen Verlust bedeuten, schätzt der GLS-Manager: „Die mussten für unsere Maschine ja extra den Flugbetrieb nachts aufrechterhalten.“

In Kassel-Calden sind von 22 bis 6 Uhr vier Flugbewegungen (zwei Starts, zwei Landungen) erlaubt. Das gilt auch für den neuen Platz. Einen Flug nutzte die GLS. Einen weiteren Nachtflieger gibt es zurzeit nicht.

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Den neuen Flughafen Kassel-Calden will die GLS künftig allerdings nicht nutzen: „Der wird ja nicht für nächtliche Frachtflüge gebaut“, sagt der GLS-Manager. Über den Rückzug der Paketflieger freut sich auch die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald. Die hat schon seit Jahren Bedenken wegen der Sicherheit der Nachtflüge ab Calden. Denn im Frühjahr und Herbst würden jeweils 100.000 Kraniche über Nordhessen ziehen. Zurzeit würden sich die Vögel sammeln, um nach Frankreich zu starten. Die GLS stellt indes klar, dass ihr Rückzug aus Kassel-Calden nichts mit den Kranichen oder sonstigen Vögeln zu tun habe. (tho)

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