HNA-Kommentar über die Flughafen-Diskussion: Rückwärtsgewandt

Nach einem Antrag der Linken, den 271 Millionen Euro teuren Flughafen wegen der Verschwendung von Steuergeldern stillzulegen, entbrannte gestern in Wiesbaden eine flammende Diskussion. Ein Kommentar von HNA-Redakteur José Pinto.

Die Diskussion darüber, ob der Bau des Flughafens richtig oder falsch war, wer ihn gewollt hat und wer nicht, ist müßig, rückwärtsgewandt und hilft nicht weiter. Ganz gleich, wie man zum neuen Airport Kassel-Calden steht: Er ist nun einmal da, und wir müssen mit ihm leben, ob wir wollen oder nicht. Jetzt geht es darum, ihn zu einem funktionierenden Verkehrslandeplatz im internationalen Verbund zu entwickeln, um das Minus zu reduzieren und ihn mittel- und langfristig aus der Verlustzone zu führen.

Insofern ist die Forderung der Linken, ihn umgehend stillzulegen, so unrealistisch wie unsinnig. Schließlich handelt es sich nicht um eine illegal aufgestellte Gartenlaube, die man einfach wieder abreißen kann.

Ebenso wenig hilfreich ist aber auch die Kritik an der nordhessischen Wirtschaft, sie habe den Flughafen gewünscht und wolle nun nichts mehr von ihm wissen. Richtig ist, dass viele große Unternehmen ihn nie gewollt haben, weil sie ihn nicht brauchen. Aus Rücksicht auf die Region haben sie das Projekt aber auch nicht öffentlich torpediert. Das wissen die Entscheider genau.

E-Mail an den Autor: jop@hna.de

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