Kommentar zum Flughafen Kassel-Calden

Kommentar zum Flughafen Kassel-Calden: "Führung am Anspruch messen"

Der Flughafen steht seit seiner Inbetriebnahme im April wegen seiner geringen Auslastung in der Kritik. Für 2013 wird ein Defizit zwischen sechs und sieben Millionen Euro erwartet. Die anvisierten Flüge auf die Kanaren finden nicht statt. Ein Kommentar von HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden.

Horst Seidenfaden über den Flughafen

"Kein Regionalflughafen in Deutschland hat es in diesem Jahr zu solch negativ besetzter Berühmtheit geschafft wie Kassel-Calden: Erst die klatschende Ohrfeige bei Jauchs Millionärs-Quizshow, nun prangt das Bild der Flughafenchefin auf der Titelseite von Deutschlands größter Boulevardzeitung: Verliererin des Tages ist Maria Anna Muller dort - weil in Calden den ganzen Winter keine großen Ferienflieger starten und landen werden.

Verliererin des Tages? Bei allem Verständnis für die Gesetzmäßigkeiten der Branche, in der man nicht mitten in der Saison auf glorreiche Vertragsabschlüsse im laufenden Geschäft hoffen kann, so muss man irgendwann die Führung in Calden mal an den selbst formulierten Ansprüchen messen.

Maria Anna Muller

Caldens erste Saison ist, was Ferienflieger betrifft, ein absoluter Flop. Das wäre von der Außenwirkung anders gewesen, hätte man sich von Anfang an bescheidener - oder realitätsnäher? - gegeben. Mit allen Pannen hat Maria Anna Muller gute Chancen, zur Verliererin des Jahres zu werden."

Bilder aus der Geschichte des Flughafens Kassel-Calden

Kassel-Calden
Die Wurzel des neuen Airports liegen in der Fulda-Aue zwischen Waldau und Lohfelden. © 
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Dort entstand in den 20er-Jahren ein Flugplatz, der 1924 eröffnet wurde. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In Kassel-Waldau starteten und landeten die Flugzeuge viele Jahre auf dem Rasen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Von 1930 bis 1945 diente er dem Flugzeugbauer Fieseler als Werksflugplatz. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
In den 60er-Jahren drängte die Wirtschaft die Stadtväter zur Suche nach einem neuen Standort. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Das verkehrsgünstig gelegene Gelände in Waldau wurde als Wohn- Gewerbe- und Industriefläche gebraucht. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Fündig wurde die Stadt schließlich in Calden, wo Otto Freiherr Wolff von Gudenberg 1968 rund 200 Hektar Land zum Kauf anbot. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Nur zwei Jahre später, am 19. Juli 1970, wurde der Verkehrslandeplatz Kassel-Calden eröffnet. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Bereits in der Bauphase bildete sich in den Caldener Ortsteilen Ehrsten und Fürstenwald eine Bürgerinitiative gegen das Projekt. Allerdings konnte sie es nicht verhindern. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Schon bald entwickelte sich ein reger Flugbetrieb. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Neben Charterflügen nach Dalamatien im damaligen Jugoslawien sowie zu anderen Mittelmeerzielen wurden Linienflüge nach Berlin, Köln-Bonn, München und Düsseldorf angeboten. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Pause: Bauarbeiter nehmen sich am Flughafen Kassel-Calden eine leine Auszeit. Das Foto entstand 1969. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
Tankstopp auf dem Flughplatz in Kassel-Waldau © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
1972 flogen ab Calden Flugzeuge nach Dalmatien. Eines trug den Namen des Caldener Ortsteils Meimbressen. Unser Foto zeigt Stewardess Barbara Hille (Mitte) aus Kassel mit Kolleginnen. © HNA-Archiv
Geschichte des Flughafens Kassel-Calden
 © HNA-Archiv

Rubriklistenbild: © dpa

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